Klage schafft keinen Betreuungsplatz

Kinderbetreuung: Wie Eltern jetzt noch ihr Recht erreichen


Eltern in ganz Deutschland sind derzeit auf der Suche nach Kindergartenplätzen.

Die Kommunen müssen zwar für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren einen Platz anbieten. Doch der Bedarf liegt viel höher. AKTIV sprach mit Markus Quetting, Vorsitzender des Landeselternbeirats der Kitas in Nordrhein-Westfalen.

Was raten Sie Eltern, deren Kinder leer ausgehen?

Nehmen Sie Kontakt mit dem Jugendamt auf. Dort weiß man, wo noch Plätze frei sind. Und ob eine Einrichtung über die eigentliche Gruppengröße hinaus noch einen Platz anbieten kann.

Was heißt das?

Grundsätzlich ist es im Rahmen der Überbelegungskontingente möglich, zusätzliche Plätze zu schaffen. Wie viele genau, hängt von der jeweiligen Personalstruktur ab.

Und wie kommt man an einen solchen Platz?

Schildern Sie beim Gespräch mit dem Jugendamt eindringlich Ihre Lage. Also zum Beispiel, dass ohne Betreuung Job und Existenz bedroht werden.

Ist dieser Weg erfolgversprechender, als den Platz einzuklagen?

Aus meiner Sicht ja. Eine Klage schafft keinen Betreuungsplatz. Denn es liegt im Ermessen der Richter, was angemessen ist. Sie entscheiden, ob es zumutbar ist, für einen Betreuungsplatz 30 Kilometer zu fahren oder ob sich Eltern mit einer Tagesmutter zufrieden geben müssen. Eine Klage sollte der letzte Ausweg sein. Wir setzen auf einen Dialog mit den Jugendämtern.

Was muss aus Ihrer Sicht verbessert werden?

Wir brauchen verlässlichere Zahlen über den tatsächlichen Bedarf. Die bisherige Erfassung ist oft zu ungenau. Deshalb sollten die Mitarbeiter der örtlichen Jugendämter schon in den Erstlingsgesprächen mit jungen Eltern die zukünftige Betreuung ansprechen. Nur so kann man für die Zukunft planen.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang