Vorsicht zahlt sich aus – 30 Prozent Rabatt sind drin

Kfz-Versicherung: Telematik-Tarife lohnen sich besonders für junge Fahrer

Wer sich am Steuer vernünftig benimmt, lebt gesünder. Benötigt weniger Sprit. Und spart jetzt auch bei der Kfz-Police: wenn ein Telematik-Tarif gewählt wird. AKTIV erklärt, wie das technisch abläuft und was es bringt.

Bitte gaaanz sachte: Wer gelassen fährt, fährt sicherer – und spart bei der Police. Foto: Thinkstock

Bitte gaaanz sachte: Wer gelassen fährt, fährt sicherer – und spart bei der Police. Foto: Thinkstock

Berlin. Sie sind noch recht neu, aber sie können sich lohnen, vor allem für junge Fahrer: Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung. Das Prinzip: Vorsichtiges Verhalten wird mit einem Preisnachlass belohnt.

Dafür registriert eine spezielle Box im Auto oder aber eine Smartphone-App den individuellen Fahrstil, die Daten fließen in einen Punktwert (Score) ein. Hat man nach einem Jahr eine gewisse Mindestpunktzahl erreicht, gibt’s einen Rabatt von der Versicherung. Bei riskantem Fahrstil kann es aber je nach Anbieter auch teurer werden.

Wobei da jeder Versicherer etwas anders rechnet, wie die unabhängige Stiftung Warentest ermittelt hat. Bewertet werden beispielsweise Tempo, Beschleunigung und Bremsverhalten – aber auch Straßentyp und Uhrzeit.

Der maximal erreichbare Rabatt beträgt in den meisten Fällen 15 bis 30 Prozent, manchmal gibt’s zusätzlich einen Startbonus. Da der Rabatt prozentual berechnet wird, spart man am meisten, wenn die Versicherung relativ teuer ist, was beispielsweise für junge Fahrer gilt (einige Angebote sind sogar auf diese Zielgruppe beschränkt). Laut Stiftung Warentest können Fahranfänger mit einem Telematik-Tarif Hunderte Euro sparen – bei entsprechend zurückhaltendem Fahrstil.

Denn die erwähnten hohen Rabattsätze bekommt man eben nur, wenn man das Punktziel voll erreicht. Sonst fällt auch der Nachlass geringer aus. Schon deshalb sollte man nicht nur auf den höchstmöglichen Rabatt schielen, sondern auch prüfen, wie viel eine Versicherung ohne die Telematik-Option kosten würde.

Was die technische Seite betrifft, gibt es zwei Systeme. Da ist einmal eine spezielle Box, die im Auto installiert wird. Diese wird entweder fest montiert oder aber über die sogenannte OBD 2-Schnittstelle oder den Zigarettenanzünder eingesteckt. Das andere System funktioniert ausschließlich über eine spezielle Smartphone-App, dabei werden die Sensoren im Smartphone für die Ermittlung der Daten benutzt. Bei der fest installierten Box wird definitiv jede Fahrt des Autos erfasst, der Fahrer hat also keine Einflussmöglichkeiten mehr. Bei den Varianten, die man jeweils selbst einschaltet beziehungsweise einsteckt, kann man stets neu entscheiden, ob eine Fahrt in die Bonusberechnung eingehen soll oder nicht.

Man kann das System unverbindlich testen

Nachteil der Systeme ohne Box: Ist die App aktiv, wenn man mit anderen Verkehrsmitteln unterwegs ist, fließt zum Beispiel der rustikale Fahrstil des Taxifahrers mit in den Score ein.

Da die ganze Sache recht neu ist, gibt es noch keine belastbaren Daten über die Wirkung. Telematik-Systeme dürften aber einen gewissen sportlichen Ehrgeiz erzeugen, die maximale Punktzahl auch wirklich zu erreichen – erwünschter Nebeneffekt: Der Fahrstil wird vorsichtiger.

Einige Anbieter, etwa Allianz, Allsecur und Cosmosdirekt, bieten ihre Telematik-App auch für Nicht-Kunden an. So kann man ausprobieren, wie viele Punkte man erreicht hätte und wie hoch der Rabatt voraussichtlich ausfallen würde.


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aktualisiert am 09.10.2017

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