Leserfrage

Keller-Strom: Gleiches Recht für alle?

Maria K. aus Memmingen: Ich lebe seit langem in einem Sechs-Parteien-Haus. Eine Verwandte des Hausbesitzers hat als einzige Mieterin eine Steckdose in ihrem Keller, was ich erst kürzlich nur durch Zufall entdeckt habe. Ihr Gefrierschrank läuft demnach auf den allgemeinen Stromverbrauch – den ich natürlich mitbezahle! Die Hausverwaltung ignoriert dieses Thema. Wie ist die rechtliche Lage?

AKTIV: „In so einem Fall lautet die grundsätzliche Frage: Handelt es sich um Allgemeinstrom oder nicht?“, erläutert Rechtsanwalt Kai Warnecke vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Hat jeder Mieter in seinem Keller eine Steckdose, an der ähnliche Geräte hängen, können die Kosten auf alle verteilt werden – beispielsweise nach Größe des Kellers oder der Zahl der Bewohner.

Hat jedoch tatsächlich nur ein Mieter so eine Steckdose, handelt es sich in der Regel nicht um Allgemeinstrom. Und in so einem Fall müssen nicht alle Mieter für den Verbrauch eines Einzelnen zahlen. Als Mieter sollte man daher dann der Betriebskostenabrechnung widersprechen und eine Korrektur verlangen.

Im Fall einer Eigentümergemeinschaft könnte beschlossen werden, dass der Eigentümer des Kellers mit der Steckdose dort auf seine Kosten einen Stromzähler anbringen lassen muss. „Sollte sich dazu kein Mehrheitsbeschluss herbeiführen lassen, könnte das unter Umständen sogar eingeklagt werden“, meint Warnecke.


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