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Joggen: Zehn Experten-Tipps für die richtigen Laufschuhe

Joggen ist gesund – und fast immer und überall in die Tat umsetzbar: Laufschuhe an und los! Aber dafür muss man erst mal die richtigen Schuhe haben! Wir haben einen Experten gefragt, worauf man beim Kauf unbedingt achten sollte.

Foto: Fotolia

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Schätzungsweise 20 Millionen Deutsche schnüren regelmäßig ihre Laufschuhe und joggen im Schnitt über sechs Kilometer durch Wälder, Parks und Felder. Der beliebte Sport sorgt für Abwechslung vom stressigen Job und hält gleichzeitig Herz und Muskeln fit. Wichtig ist dabei das richtige Schuhwerk. Welches passt am besten zu mir?

In der folgenden Checkliste verrät Sportwissenschaftler Marco Krückemeier, wie Sie den perfekten Laufschuh für sich finden:


Der Kaufzeitpunkt

Laufschuhe sollte man am besten zwischen nachmittags und den frühen Abendstunden kaufen. „Das hat auf jeden Fall seine Berechtigung“, sagt Marco Krückemeier. Denn durch das Körpergewicht, das im Lauf des Tages auf dem Fuß lastet, ist er strapaziert. „Das führt dazu, dass er länger und breiter wird.“ Gerade das muss man bei Laufschuhen berücksichtigen, weil sie sonst zu klein ausfallen. Allerdings: Man sollte auch nicht kurz vor Ladenschluss kaufen, denn: Eine gute Beratung mit Laufstilanalyse dauert mindestens 30 Minuten. „Bringen Sie also genug Zeit mit“, rät der Experte.

Die Schuhgröße

Laufschuhe eine bis anderthalb Nummern größer kaufen als die normale Schuhgröße. Grund: „Beim Laufen braucht der Fuß mehr Bewegungsfreiheit als beim normalen Gehen.“ Es gilt: Bei unterschiedlichen Fußgrößen sollte immer der größere Fuß bei der Anprobe zur Orientierung genommen werden. Allerdings weist Krückemeier darauf hin, dass bei verschiedenen Marken auch die Größen anders ausfallen können: „Das ist wie mit Klamotten.“ Wichtig ist, dass vorne in der Kappe daumenbreit Platz sein sollte. Denn beim Abdrücken des Fußes vom Boden rutscht der Fuß nach vorne, und genau dafür wird die Daumenbreite Platz bei den Zehen benötigt.

Das Vorbild

Nehmen Sie den alten Laufschuh ruhig mit. Krückemeier: „Er kann oft als Muster dienen.“ An dem alten Schuh sieht der Berater, wie er genutzt wurde. Dadurch kann man den individuellen Laufstil erkennen. „Läufer, die etwa über den hinteren Rückfuß abrollen, laufen ihre Schuhe hinten schneller ab und benötigen eine entsprechende Dämpfung im hinteren Bereich. Das Umgekehrte ist bei Vorfuß-Läufern der Fall“, so Krückemeier.

Die Einlagesohle

Man kann das Komfortgefühl mit Einlagesohlen verbessern. Sie bekommt man mittlerweile fast überall im Handel. „Es ist eher eine persönliche Entscheidung“, so Krückemeier. „Wer aber schon orthopädische Einlagen benötigt, sollte diese auch in seinem Laufschuhen nutzen, um vorhandene Gesundheitsschäden zu beheben und weitere zu verhindern.“ Ein guter Laufschuh ersetzt also nicht individuell angepasste orthopädische Einlagen. 

Die Laufstilanalyse

Wenn man das erste Mal einen Laufschuh kauft, ist eine Analyse des Laufstils notwendig. Das geschieht in vielen Fachgeschäften auf einem Laufband, bei dem der Laufstil per Kamera aufgenommen und analysiert wird. „Wenn das Geschäft die entsprechende Ausrüstung nicht bietet, sollte zumindest eine Teststrecke vorhanden sein, um einige Meter darauf laufen zu können“, so Krückemeier. Achten Sie darauf, dass Ihr Berater mindestens einen dieser Tests anbietet.

Der Ersatzschuh

„Wer mehr als dreimal in der Woche läuft, benötigt zwei Paar Laufschuhe“, weiß Krückemeier. Und die sollten möglichst von verschiedenen Marken sein. Grund: Der Fuß wird so unterschiedlichen Trainingsreizen ausgesetzt und anders belastet. Deshalb beide Laufschuhe abwechselnd nutzen.

Die Laufsocke

Die meisten Geschäfte bieten bei der Anprobe eine Probiersocke an – wegen der Hygiene. Der Experte rät jedoch, darauf zu bestehen, mit mindestens zwei verschiedenen Laufsocken von zu Hause die Schuhe anzuprobieren. So ließe sich das persönliche Komfortgefühl im Schuh testen. „Und das schafft man nicht mit nur einem Sockenpaar. Denn dann besteht die Gefahr, dass die Lieblingssocke das Tragegefühl im Schuh verfälscht.“ 

Die Fersenkappe

Oft wird bei Laufschuhen eine Fersenkappe empfohlen. „Davon rate ich persönlich ab“, so Krückemeier. Denn eine solche Verstärkung könnte bei einigen Läufern die Ferse langfristig reizen und womöglich zu Schmerzen führen. 

Das Modell

Grundsätzlich gilt: „Es gibt kein Muss für einen geschlechtsspezifischen Schuh“, so der Experte. Im Allgemeinen können Läuferinnen auch Herrenlaufschuhe tragen. Das hat keine Auswirkung auf die Anatomie ihrer Füße: „Wichtiger ist, dass der Schuh richtig passt.“

Die Kaufentscheidung

Letztendlich gilt: Man muss sich im Laufschuh wohlfühlen. „Lassen Sie sich bei Ihrer Kaufentscheidung nicht vom Optischen oder von der Marke beeinflussen!“, sagt Krückemeier. Der Experte empfiehlt, in ein Fachgeschäft zu gehen, das sich auf zwei bis vier Marken spezialisiert hat: „Denn da kann man definitiv eine anständige Beratung erwarten.“

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