„Das Ziel schon fast erreicht“

Interview mit HDE-Umweltexperte Rabl: Was das neue Elektrogesetz uns bringt

Berlin. In diesen Tagen tritt das neue Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) in Kraft. Es regelt die Entsorgung von Elektronikschrott. AKTIV hat Stephan Rabl, Umweltexperte beim Handelsverband Deutschland in Berlin, gefragt, was das für den Verbraucher an der Ladentheke bedeutet.

Muss der Händler jetzt meinen alten Rasierer oder Föhn kostenlos annehmen?

Ja. Bislang geschah das auf freiwilliger Basis. Generell gilt die Neuregelung für alle Kleingeräte mit einer Kantenlänge bis 25 Zentimetern. Übrigens ist es egal, wo das alte Teil gekauft wurde. Bei größeren Geräten wie einem Kühlschrank muss der Verbraucher allerdings ein vergleichbares Produkt kaufen.

Gibt es Ausnahmen?

Das Gesetz klammert Geschäfte mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte bis 400 Quadratmetern aus. Trotzdem: Schon heute nehmen 80 Prozent der größeren Händler alte Geräte kostenlos an. Wir haben also praktisch bereits ein flächendeckendes Netz.

Und der Online-Handel?

Auch für ihn gilt das Gesetz – ab einer Lager- und Versandfläche für Elektrogräte über 400 Quadratmetern.

Kann ich Amazon und Co. also einfach den alten Kram für lau zurückschicken?

Das ist nur eine von zwei Möglichkeiten. Wenn aber der Online-Händler einen Rücknahmevertrag etwa mit einem Filialisten schließt, der ein Geschäft in meiner Nähe hat, muss ich das alte Elektrogerät dorthin bringen.

Warum kommt gerade jetzt die Neuregelung?

Der Bund setzt damit eine Vorgabe der EU aus dem Jahr 2012 um. Brüssel will so auch illegale Exporte von Elektroschrott in Entwicklungsländer etwa in Afrika unterbinden. Ab dem kommenden Jahr sollen 45 Prozent aller Altgeräte gesammelt werden. Dieses Ziel haben wir mit derzeit 43 Prozent schon fast erreicht. Bis 2019 soll der Anteil auf 65 Prozent steigen.


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aktualisiert am 26.02.2016

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