Digitale Alltagsprodukte

Internet der Dinge: So vernetzt wird unser Leben

Berlin. Faszinierende Technik kann in banalen Dingen stecken. Wie in einem Blumentopf: Sensoren messen den Feuchtigkeitsgehalt der Erde. Ab einem kritischen Wert sendet der Pott eine Alarmmeldung ans Smartphone: „Gieß mich!“

Die App für schusselige Pflanzenfreunde zeigt, wie intelligente Produkte unser Leben verändern. Was im 19. Jahrhundert die Dampfmaschine, im 20. Elektrizität und Motorisierung waren, ist jetzt die Digitalisierung von Alltag und Arbeitswelt: eine Revolution.

Dabei geht die Vernetzung längst über Handys und Tablet-PCs hinaus. Bereits 2020 wird es in Deutschland zwischen 1 Million und 1,5 Millionen smarte Haushalte geben. Da ruft die Heizung im Fall einer Störung per SMS den Kundendienst. Der Kühlschrank wacht über den Vorrat. Und die Hausapotheke weiß, wann Senioren ihre Medikamente nehmen müssen. „Vernetzte Gegenstände sind der Mega-Trend“, sagt Timm Lutter, beim Digitalverband Bitkom in Berlin Experte in Sachen digitale Konsumprodukte.

Jeder Gegenstand hat eine Internetadresse

„Deutsche Hersteller gehören zur Spitzengruppe in diesem Geschäft“, so der Branchenkenner. Und der Markt bietet ein gewaltiges Potenzial: „Je nach Schätzung werden schon im Jahr 2020 weltweit 20 bis 50 Milliarden Geräte vernetzt sein.“

Jeder Gegenstand hat eine Internetadresse. Das ist in den eigenen vier Wänden nicht anders als in der Industrie 4.0: Da weiß ein Rohling, dass er ein Ventil wird. Da fordert der Schrauben-Behälter Nachschub an, und Maschinen melden ein Problem dem Service-Techniker, der es von unterwegs beheben kann.

Geräte kommunizieren untereinander und mit Menschen: Davon profitieren Firmen wie Bosch. Dort entstehen Sensoren, die zum Internet der Dinge die unverzichtbaren Daten beisteuern.

Allein das Segment der intelligenten Haustechnik wird sich bis 2017 europaweit auf einen Markt mit 4 Milliarden Euro Jahresumsatz ausweiten. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren.

Mit Blick auf die erwarteten bis zu 1,5 Millionen vernetzten Haushalte in Deutschland sagt Bitkom-Experte Lutter: „Die Digitalisierung macht gewaltige Sprünge.“ Ob vernetztes Heim oder Fabrik der Zukunft: In zehn Jahren wird die neue Technologie fast 5 Prozent der Wertschöpfung im Land ausmachen, rund 207 Milliarden Euro. Das hat die Unternehmensberatung McKinsey ermittelt.

Eine Dynamik, die bei den Verbrauchern Erwartungen und Befürchtungen hervorruft. So versprechen sich sechs von zehn Deutschen durch das smarte Haus Energie-Einsparungen und mehr Komfort, jeder Zweite mehr Sicherheit. Andererseits sorgt sich ein gutes Drittel wegen des Datenaustauschs um die Privatsphäre, so eine repräsentative Umfrage der Hamburger Unternehmensberatung LSP Digital unter mehr als 5.000 Teilnehmern. Mögliche Hackerangriffe machen jedem Vierten Angst.

Beim Datenschutz kommt es Bitkom-Fachmann Lutter auf eine wichtige Unterscheidung an: „Es gilt abzuwägen zwischen unerwünschtem Missbrauch einerseits und sinnvollem Einsatz andererseits.“ Diesen Zwiespalt erklärt er am Beispiel der elektronischen Gesundheitskarte. Technisch wäre es kein Problem, dort abzuspeichern, welche Medikamente ein Patient nimmt. „Das scheitert aber am Datenschutz“, so Lutter.

Dabei könnten solche Informationen Leben retten. In Deutschland sterben fünfmal mehr Menschen an Wechselwirkungen von Arzneien als im Straßenverkehr. Rund 20.000 Patienten verlieren im Jahr ihr Leben, weil vorhandene Hinweise auf Medikamentenunverträglichkeit dem Arzt nicht zur Verfügung stehen. „Da muss die Gesetzgebung mit der rasanten technischen Entwicklung Schritt halten“, stellt Lutter fest.

Denn die Digitalisierung unseres Alltagslebens ist bereits in vollem Gang. Was die deutsche Industrie zu diesem globalen Trend beiträgt, präsentiert AKTIV anhand von sieben konkreten Beispielen.


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