Riesen-Spaß bei jedem Wetter

Indoor-Spielplätze sind „in“ – und entdecken neue Zielgruppen


Hamburg. Kälte, Regen, Graupelschauer – wohin an solchen Tagen, wenn die Kinder toben wollen? Die Deutschen zieht es zu den Indoor-Spielplätzen. 25 Millionen Menschen besuchen im Jahr die bundesweit 375 Anlagen. Vor fünf Jahren, so der noch junge Verband deutscher Hallenspielplätze, waren es 20 Millionen Gäste.

Der große Boom setzte mit der Jahrtausendwende ein. 70 neue Anlagen eröffneten allein 2004. Heute kommen jährlich rund 20 dazu. „Viele Neueröffnungen gleichen mittlerweile allerdings lediglich Schließungen aus“, sagt Verbandsprecher Ulrich Hähnel.

Derzeit steckt die Branche in einem Wandel. „Die Anbieter werden professioneller, die Qualität der Anlagen steigt“, stellt Andreas Fleischer fest, Verkaufsleiter des Ausstatters Freizeitprodukt + Service in Bielefeld.

Die Zeiten harter Bierbänke für die lärmgeplagten Eltern gehören inzwischen der Vergangenheit an

Nicht nur die Parcours der Autoscooter werden ambitionierter. Wo früher eine einfache Hüpfburg stand, verschlucken heute aufblasbare Wale die Kinder und spucken sie wieder aus. Der Nachwuchs erklimmt Türme und Vulkane, saust auf Wellenrutschen bergab. Attraktionen tragen hippe Namen wie „Fun-Shooter“, „Donut-Gleiter“ und „Spider-Tower“. Es gibt Themenwelten wie Märchenland oder Dschungel.

Bei der Aufteilung der Hallen spielen Design und Farbgebung inzwischen eine große Rolle. Fließende Übergänge von Spielgerät zu Spielgerät sind beliebt.

Und es gibt Hoffnung für lärmgeplagte Eltern, die mitunter auf harten Bierbänken ausharren müssen. „Es reicht längst nicht mehr, nur die Kinder zu begeistern“, betont Ausstattungsfachmann Fleischer. Wackelige Tische und Kaffeeautomaten? „Auf keinen Fall!“, sagt er. Mütter erwarten ein Café mit gutem Cappuccino. Restaurants, Zeitschriften, WLAN, Fernseher, Sitzecken und Raucherzimmer gehören mittlerweile vielerorts zum Service.

Schließlich erwirtschaftet die Branche ein Drittel ihres Umsatzes mit der Gastronomie, bestätigt der Fachverband. Auch Kindergeburtstage lassen die Kasse klingeln. Mehrere Tausend Partys im Jahr veranstaltet zum Beispiel das „Pippolino“ in Duisburg. „Die Feste machen 50 Prozent des Umsatzes aus“, sagt Inhaber Helmut Weingartner.

Der neueste Trend: Toben für über 18-Jährige. Die Hallen werden mit Kart- und Bowlingbahnen und Kletterwänden ergänzt und bleiben länger geöffnet. After-Work-Partys und Betriebsfeiern locken neues Publikum an – für die Betreiber ein Gewinn.

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