Rundgänge zum Hören, Fühlen, Riechen und Sehen

In und um Bayerns Metropolen: Entdeckungstouren für alle Sinne

Regensburg / Dillingen / München / Rosenheim. „Platsch“ macht es, als das Buch in der Minoritenkirche in Regensburg zu Boden fällt: Gespannt lauschen die Zuhörer, bis der Nachhall verstummt. Eine Stadt mit den Ohren zu erleben – das ist mal was anderes. Das Buch hat der Stadtführer absichtlich fallen lassen: um die Aufmerksamkeit der Besucher auf die Wirkung der Akustik in der Stadtgestaltung zu lenken.

Bei der „Hörenswürdigkeiten-Tour“ geht es an insgesamt 13 Stationen auch um Fragen wie diese: Was hört man unter einer Brücke? Welchen Geräusch- Effekt haben „Straßen-Canyons“? Die Antworten liefert der österreichische Künstler und Lehrbeauftragte an der Universität Linz, Peter Androsch. Im September und Oktober gibt es weitere Termine.

Socken aus – und rein ins kalte Nass des Kneipp-Brunnens!

Ebenfalls akustisch, aber darüber hinaus noch als Gefühlserlebnis lässt sich die Stadt Dillingen in Schwaben entdecken. Dort geht es mit dem Smartphone oder iPod auf „Lauschtour“: Entweder die kostenlose App herunterladen oder das digitale Abspielgerät an der Touristeninformation ausleihen – und nichts wie los zum Kneipp-Spaziergang!

Gestartet wird im Brunnen vor dem Rathaus. Schuhe aus, Socken runter und rein ins kalte Nass. Hier sowie an den weiteren sieben Stopps können die Ausflügler die Audiodaten abrufen. So erfahren sie Spannendes über die Stadt, den berühmten Pfarrer Sebastian Kneipp – und sie spüren gleichzeitig die Heilkraft des Wassers. Insgesamt bietet der Tourismusverband 16 Lauschtouren in der Region.

Augen zu, tief einatmen: Frische, blumige und würzige Düfte strömen in die Nase bei einer „Kräuterwanderung“. Die Geruchsmischung aus Gras, Waldboden und Flusswasser begleitet die Naturfreunde auf ihrem Weg durch die Münchner Isarauen. Bis zu 60 essbare Kräuter allein auf einer Wiese! Zerreibt man die Blätter mit den Fingern, entfaltet sich das ganze Aroma. Wildpflanzen-Expertin Caroline Deiß zeigt nicht nur, welche davon essbar sind und wie sie besonders gut schmecken. Sie kennt auch ihre gesundheitsfördernde Wirkung.

Am klaren Nachthimmel gibt es viel zu sehen – wenn man sich auskennt. Das tut der Astronom und Physiker Manuel Philipp. Er weiß über galaktische Nebel und Kugelsternhaufen Bescheid. Auch das Geheimnis der Schwarzen Löcher und ein Gefühl für die Größenverhältnisse und Entfernungen im All vermittelt er. Seine „Sternführungen“ finden nahe Rosenheim auf der Ratzinger Höhe statt – eine besonders gute Stelle.

Am dunklen Himmel fernab des Stadtlichts können Nachtschwärmer hier schon mit bloßem Auge viel entdecken. Zum Einsatz kommen auch Großfernglas und Teleskop. Wer weiß – vielleicht kennt so mancher danach mehr als den Großen Wagen, den Polarstern oder die gelegentliche Sternschnuppe.


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Das erlebt man in 140 Metern Tiefe: Mit Grubenbahn und Rutsche in die Unterwelt, Multivisions-Projektionen mit Laser-Show, Bergwerksdinner im Kerzenschein. Oder: Erholung für die Atemwege bei einer Übernachtung.

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