Tipp der Woche

In letzter Sekunde…


Professor Axel Ockenfels: „Mit Sicherheit kann man bei Ebay gute Schnäppchen machen.“ Foto: Privat

Ebay für Fortgeschrittene: Späte Gebote und krumme Zahlen lohnen sich

Sie haben nun schon ein paar Mal bei Ebay für einen Kinderfahrradsitz, einen Vogelkäfig oder  ein seltenes Feuerzeug geboten – aber immer vergeblich? Dann sollten Sie vielleicht auf ein paar Tricks vertrauen, deren Brauchbarkeit wissenschaftlich erwiesen ist.

Schon seit 1999 hat der Kölner Ökonomie-Professor Axel Ockenfels das virtuelle Auktionshaus zu seinem Studienobjekt erkoren. Eine Erkenntnis des Forschers: Es kann sich auszahlen, erst ganz kurz vor Ablauf der Auktion zu bieten.

Der  „Heckenschütze“ schlägt  naive  Bieter

„Andere können dann nicht mehr darauf reagieren“, erklärt Ockenfels. Es gebe viele „naive Bieter“, die für dasselbe Ding immer mal wieder Gebote abgeben – nach dem Motto: „Klein anfangen und dann höher gehen“. Diesen Amateuren könne man mit einem Gebot etwa 15 Sekunden vor Schluss oft das Wasser abgraben.

Damit man nicht vergisst, erst später auf eine begehrte Sache zu bieten, klickt man einfach „diesen Artikel beobachten“ an. Ebay informiert zudem auf Wunsch per Mail über bald ablaufende Angebote.

Um aber Erfolg als „Heckenschütze“ zu haben (so heißt der Last-Minute-Bieter im Szene-Slang), sind zwei Dinge nötig: Eine schnelle Internet-Verbindung (möglichst DSL) – und eine klare Vorstellung davon, wie viel das eigene Höchstgebot betragen sollte. Denn diesen Preis muss man ja womöglich bezahlen, und dazu kommen meistens noch ein paar Euro für die Versandkosten.

Ebay bietet als Hilfestellung die Suchfunktion „nur beendete Angebote“ an: Hier sieht man sofort, wie oft und für welchen Preis eine spezielle CD zuletzt bei Ebay zu haben war. Aber auch andere Quellen sollte man nutzen, um sich vorab „möglichst genau über Marktpreise zum Beispiel von gebrauchten Lego-Steinen zu informieren“, rät Ockenfels.

Sonst hat man zwar die Auktion gewonnen – aber bezahlt dafür (zu) teuer:  „Das Gewinnen einer Auktion bedeutet ja auch, dass allen anderen Bietern  das Objekt weniger wert war“, warnt der Ökonom.

Zum so geplanten Höchstgebot  sollte man aber ruhig noch ein paar Cent dazulegen: „Mit einer geringen Wahrscheinlichkeit  kann es helfen, krumme Beträge zu bieten“, weiß Ockenfels – also zum Beispiel 20,34 statt 20 Euro einzutippen.

Besonders günstig kann man Dinge oft ersteigern, wenn deren Anbieter sich vertippt hat. Wer zum Beispiel Behälter von Tupperware kaufen möchte, sollte ruhig auch nach „Tuperware“ suchen. Nicht nur deswegen gilt laut Ockenfels nach wie vor: „Mit Sicherheit kann man bei Ebay gute Schnäppchen machen.“

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