Smartphone-Abzocke im Kinderzimmer

In-App-Käufe machen Gratis-Spiele ganz schnell teuer

Mal eben was kaufen? Dass da echtes Geld fließt, ist vielen Kindern nicht klar. Foto: Vario

Düsseldorf. Rasante Autorennen, süße Tiere, ritterliche Schlachten: Spiele-Apps machen Kindern viel Spaß. Weniger witzig sind die teuren Nachwirkungen von manchen an sich kostenlosen Spielen.

„Viele scheinen so programmiert zu sein, dass man mit der Basisversion nur sehr langsam weiterkommt oder ständig verliert“, sagt Sabine Petri von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Den vollen Spielspaß bekommt das Kind dann meist nur gegen Bares.

Spiele verführen zum Kauf von virtuellen Beeren, Dukaten oder Juwelen

Experten sprechen hier von „In-App-Käufen“. Für echtes Geld gibt es da beispielsweise virtuelle Beeren, Juwelen oder Dukaten, mit denen Junior eine bessere Ausrüstung oder zusätzliche „Leben“ kaufen kann. Manchmal wird dabei subtiler Druck ausgeübt: wenn etwa kulleräugige Spielfiguren sichtlich „leiden“ oder gar „sterben“, weil sie nicht genügend virtuelles Futter bekommen.

„Kinder erkennen oft nicht, dass echtes Geld fließt – und kaufen dementsprechend bereitwillig ein“, warnt Petri. Das Ergebnis finden die Eltern dann auf der Abrechnung; die Schäden liegen meist im zwei- bis dreistelligen Bereich.

Hat man den Kindern die In-App-Käufe nicht erlaubt, gilt: „Man sollte sich auf jeden Fall umgehend gegen solche Zahlungen wehren“, so Petri. Manche Anbieter reagieren dann ihrer Erfahrung nach korrekt, andere schalten auf stur. Und wer zieht schon für 30 Euro vor Gericht?

Wer Ärger vermeiden will, beugt daher vor! Eltern sollten spielwütigen Kindern das Problem erklären – und außerdem vor jedem Download kontrollieren, ob ein Spiel wirklich kostenlos ist und es auch bleibt. In den App-Stores ist meistens ein entsprechender Hinweis zu finden.

Zudem sollte man In-App-Käufe über die Einstellungen des Smartphones blockieren. Clevere Kids haben allerdings schnell raus, wie man so was ändert – deshalb sollte man das nötige Passwort geheim halten.

Genau hingucken muss man auch, wenn der Nachwuchs sich seine Handyspiele über Programme wie „BlueStacks“ auf den normalen PC holt: „Dann greifen die Einstellungen am Smartphone nicht mehr – die Kinder können wieder einkaufen“, warnt Experte Andreas Maslo vom Ingenieurbüro IngES.


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