Baufinanzierung: Der Trick mit dem § 489

Immobilienkredit kündigen? Nach zehn Jahren kann man immer raus!

Foto: Roth

Berlin. In vielen Fällen spart er Eigenheimern eine Menge Geld: der Paragraf 489 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Er erlaubt es, normale Kredite nach zehn Jahren mit einer Frist von sechs Monaten zu kündigen. Das ist jetzt besonders wichtig, denn so billig wie heute war Baugeld früher ja nicht zu haben.

Die klare Vorgabe für alle Darlehen mit festem Zinssatz steht zwar einfach im Gesetz. „Aber das wissen auch viele Juristen nicht“, sagt Timo Gansel, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in Berlin.

Also nicht wundern, falls auch der Mensch hinter dem Bankschalter da erst mal abwinkt – sondern ganz höflich auf den entsprechenden Paragrafen verweisen.

Kleingedrucktes spielt keine Rolle

Wie Experte Gansel weiter erklärt, ist die Regel „nicht abdingbar“, kann also nicht vertraglich ausgeschlossen werden. „Das Kleingedruckte muss man sich nicht angucken“, betont er, „man kann da nichts falsch machen.“

Und er hat noch einen speziellen Tipp für alle, die den ursprünglichen Immobilienkredit vorzeitig bei der gleichen Bank verlängert haben (oder verlängern wollen): „In solchen Fällen beginnt die gesetzliche Zehnjahresfrist schon mit der Unterschrift unter das sogenannte Forward-Darlehen“, so Gansel. Wer also zum Beispiel seinen anfangs bis 2011 laufenden Kredit 2008 verlängert hat (neue Laufzeit: 2011 bis 2021), kann sich schon 2018 aus diesem Vertrag verabschieden.


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Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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