Spekulieren – da spielt das Finanzamt mit

Immobilien, Wertpapiere und Gebrauchtwagen: Was darf man wann steuerfrei verkaufen?

Gold-Klassiker: Eine „Krügerrand“-Münze aus Südafrika. Foto: Getty

Köln. Eine Goldmünze verhökern, eine Wohnung oder ein Auto: Ist das ein Fall fürs Finanzamt?

Bei einem normalen Gebrauchtwagen ist die Sache klar: Wenn Privatleute „Gegenstände des täglichen Gebrauchs“ verkaufen, ist das laut Gesetz nicht steuerpflichtig. Ein nobler Oldtimer dagegen wird wie Schmuck, Kunst, Münzen und so fort behandelt. Der Verkaufsgewinn solcher Dinge ist nur dann steuerfrei, wenn man sie mehr als ein Jahr besessen hat.

Wer diese Frist nicht einhält, kann trotzdem ohne Abzug davonkommen: Erst wenn der „Gesamtgewinn im Kalenderjahr“ 600 Euro erreicht, muss man das dem Fiskus melden.

Bei Grund und Boden ist diese Freigrenze natürlich schnell überschritten. Das ist beim Eigenheim aber egal! Hat man eine Immobilie „im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt“, darf man sie steuerfrei abstoßen.

Opas Aktien sind oft steuerfrei

Macht man aber Gewinn beim Verkauf einer nicht selbst bewohnten Immobilie, muss der Profit versteuert werden. Ausnahme: Sobald mehr als zehn Jahre „Spekulationsfrist“ verstrichen sind, ist auch der Verkauf zum Beispiel einer vermieteten Wohnung steuerfrei. Erbt man eine Immobilie, beginnt diese Zehnjahresfrist nicht etwa neu zu laufen! Es kommt dann darauf an, wann der Verstorbene gekauft hatte.

Bei normalen Wertpapieren wiederum ist ein Stichtag wichtig: Was vor dem 31.12.2008 erworben wurde, darf man steuerfrei versilbern. Wer also Aktien erbt, die Opa 2008 oder früher gekauft hatte, kann den Kursgewinn jetzt jederzeit steuerfrei einstreichen.

Bei allen Wertpapiergeschäften ab 2009 schlägt dagegen die Abgeltungsteuer zu – knapp 30 Prozent des Gewinns gehen also an den Staat, egal, wie lange man eine Aktie oder Anleihe im Depot hatte.


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Zwei Dinge sind sicher im Leben, weiß der Volksmund – der Tod und die Steuern … Und sicher ist damit auch, dass AKTIV immer wieder Tipps zu Steuerthemen gibt. Wichtige Artikel finden Sie hier.

aktualisiert am 29.09.2017

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