Der Kick aus dem Akku

Immer mehr Sportler fahren auf E-Mountainbikes ab

Bad Soden. Tiefer Einstieg, plumper Rahmen, fetter Akku: Über Elektro-Räder gibt es noch immer viele Vorurteile. Nur Trethilfe für Alte und Beleibte? Von wegen! Auch Sportler fahren aufs E-Bike ab. Die Industrie elektrisiert sie mit starken E-Mountainbikes.

Wurden 2005 in Deutschland 25.000 Bikes mit eingebautem Rückenwind verkauft, waren es im letzten Jahr schon 480.000, berichtet David Eisenberger, Pressesprecher des Zweirad-Industrie-Verbands im hessischen Bad Soden: „Inzwischen ist jedes achte verkaufte Fahrrad eins mit Antrieb.“

Und nun die stromgetriebenen Geländeräder, mit denen auch weniger Trainierte fast jeden Gipfel erstürmen können. Sportler verdanken ihnen einen zusätzlichen Adrenalinstoß.

Zwar entfällt nach wie vor fast die Hälfte aller hierzulande angebotenen E-Bikes auf die Gattung City-Rad. Doch die robusten Räder mit den dicken Schlappen haben bereits einen Anteil von gut 12 Prozent. Das hat Greenfinder, die deutschlandweit größte Internetplattform für E-Bikes, zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen mod21 in einer großen Studie ermittelt. Darin flossen die Daten von über 4.400 E-Modellen von 200 Marken ein, die derzeit auf dem Markt sind.

93 Prozent aller E-Bikes unterstützen den Fahrer bis Tempo 25; bei den übrigen reicht der Kick aus dem Akku sogar für 45 Sachen. Solche Räder brauchen allerdings eine Haftpflichtversicherung mit kleinem Nummernschild.

Die Antriebe kommen vor allem von Bosch eBike Systems. Der Hersteller ist in Deutschland Marktführer. Und er setzt auch Mountainbikes unter Strom. Statt eines klobigen Gesamtmoduls sitzt beim Bosch-System nur der Motor am Tretlager. Die Batterie wird wie eine Trinkflasche am unteren Rahmenrohr befestigt.

Auf die steigende Beliebtheit sportlicher E-Bikes hat sich der Produzent längst eingestellt: Noch vor vier Jahren wurden zwei Drittel der Bosch-Antriebe mit Batterien geordert, die unter den Gepäckträger montiert werden – typisch für gemütliche Seniorenräder. Doch inzwischen liefert die Firma zwei Drittel mit den Rahmenbatterien.

Vor allem martialische Mountainbikes zielen auf junge Fahrer – wie etwa die zulassungspflichtigen „Stromer“-Modelle aus der Schweiz. Sie ziehen mit ihren fetten Rohren alle Blicke auf sich. Für den „Stromer ST 2“ muss man mehr als 6.000 Euro hinblättern.

Im Durchschnitt ist ein Mountainbike mit Akku übrigens für rund 3.100 Euro zu haben.


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Nicht jedes Fahrrad mit Hilfsmotor gilt noch als gewöhnlicher Drahtesel vor dem Gesetz. AKTIV sagt Ihnen hier, was Pedelec- und E-Bike-Besitzer in punkto Helmpflicht, Versicherung und Fahrerlaubnis beachten müssen.

aktualisiert am 30.08.2016

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