Trendwende beim Bezahlfernsehen

Immer mehr Fußball- und Film-Fans gucken TV auf mobilen Geräten


Berlin. Tooooor! Im Fernsehen gucken, wie Lewandowski und Co. das Leder in den gegnerischen Kasten ballern – das lassen sich immer mehr Fußball-Fans was kosten: Schreckten bisher monatliche Abopreise – zum Beispiel 34,90 Euro bei Sky – viele Zuschauer ab, so setzt jetzt die Trendwende beim Bezahlfernsehen ein.

In diesem Jahr dürfen sich die Anbieter über 2 Milliarden Euro Umsatz freuen. Das sind 11 Prozent mehr als 2012. Rekord! Ein Grund sind die immer beliebteren Smartphones und Tablets, so der Verband Privater Rundfunk- und Telemedien.

Zahl der Zugriffe vom Handy mehr als verdoppelt

„Der technische Fortschritt und das deutlich größere Programmangebot treiben das Geschäft an“, sagt Frank Giersberg, Leiter Marktentwicklung des Verbands. Das deutsche Bezahlfernsehen mit rund 90 Programmen, vor allem mit Sport und Kinofilmen, sei zu „einem Massenmarkt“ geworden. 9,6 Millionen Abonnenten, einschließlich Gastronomie, hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers errechnet. Bis 2017 soll die Zahl auf mehr als 12 Millionen zulegen.

Dabei galt Deutschland lange als schwieriger Markt fürs Pay-TV-Geschäft, weil man in kaum einem anderen Land so viele Programme frei empfangen kann. Doch in jüngster Zeit haben sich viele Anbieter etabliert – wie Telekom Entertain, Kabel Deutschland und iTunes. Zuvor war Sky Deutschland, ehemals Premiere, lange alleine auf dem Markt. Nach zwei Jahrzehnten mit roten Zahlen rechnet der Branchen-Primus 2014 erstmals mit einem Gewinn.

Und daran haben die mobilen Geräte ihren Anteil. Weil immer mehr Menschen unterwegs fernsehen möchten, machen die Unternehmen mit zusätzlichen Angeboten mobil. Beispiel Sky: Seit zweieinhalb Jahren kann man dort auch einen Service extra für die elektronischen Begleiter buchen.

So kam noch mehr Bewegung ins Geschäft: Die Zahl der Zugriffe auf Fußballspiele per Smartphone oder Tablet hat sich in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 50 Millionen mehr als verdoppelt.

Die Voraussetzungen für weiteres Wachstum in der Branche sind gut: In diesem Jahr wurden bundesweit annähernd 23 Millionen der intelligenten Telefone verkauft, nahezu ein Viertel mehr als 2012. Bei den Tablet-Computern, so der Herstellerverband gfu, gab es sogar einen Zuwachs von 81 Prozent auf rund sechs Millionen Geräte.

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