Single-Börse

Im Betrieb nach dem Partner fischen


Beißt er oder sie an? Das Netz wird als Marktplatz für die Partnersuche immer wichtiger. Foto: fotolia

Wir angeln im Netz – aber prüfen weiter die Kollegen

Ohne den neuen Kollegen wäre die Mittagspause nur halb so lustig, findet sie. Und er denkt: Die süße Blonde von nebenan ist immer hilfsbereit und aufmerksam – und sieht auch noch verdammt gut aus! Es könnte nicht mehr lange dauern, und beide haben Lust auf private Überstunden.

Bei 17 Prozent aller deutschen Paare habe es im Job gefunkt, heißt es in einer Studie der Online-Partnervermittlung Parship. Nur zwei Single-Börsen sind demnach erfolgreicher: der Bekanntenkreis (28 Prozent) sowie die traditionellen Jagdreviere Club und Bar (20 Prozent). Schon knapp dahinter folgt das Internet mit 16 Prozent.

Das zeigt: Die Brautschau am Monitor ist mitten in der Gesellschaft angekommen. Und das Angeln im Netz wird weiter zunehmen. Trotzdem gilt: Das Anbandeln unter Kollegen wird bleiben.

Das Angebot ist online größer

Mehr als 2.000 Internet-Anbieter – Seitensprung-Agenturen, Single-Börsen und Partnervermittlungen – gibt es mittlerweile. Nach Branchenschätzungen wuchs der Gesamtumsatz allein von 2003 bis 2008 von 22 auf 164 Millionen Euro; mehr als sieben Millionen deutsche Singles suchen derzeit online die Liebe auf den ersten Klick.

Es ist auch so einfach: Suchkriterien eingeben, Angebote sondieren, dann einen Ortstermin vereinbaren, um alles genau zu begutachten – wie beim Gebrauchtwagenkauf.

Beispiel ElitePartner: Das Portal für „Singles mit Niveau“ steigerte seinen Umsatz zwischen 2008 und 2009 nach eigenen Angaben von 12 auf mehr als 20 Millionen Euro. Und es startete kürzlich eine Medien-Offensive mit einem TV-Spot kurz vor der Tagesschau. Bislang warben vor allem etablierte Banken zur besten Sendezeit.

„Das Netz wird als Marktplatz für die Partnersuche immer wichtiger“, sagt Manfred Hassebrauck, Sozialpsychologe der Universität Wuppertal. Der Beziehungsforscher schätzt, dass in Zukunft vor allem Clubs und Bars als Single-Börsen an Bedeutung verlieren. Der Job jedoch nicht.

„Am Arbeitsplatz entstehen Beziehungen eher beiläufig“, erklärt Hassebrauck die Besonderheit des Flirts unter Kollegen. Der Vorteil: „Die Informationen über den potenziellen Partner sind viel glaubwürdiger als etwa in der Bar.“

Zwar sind auch auf den Single-Börsen im Internet die „Schmusekatzen“ und „Königstiger“ mit klaren Zielen auf der Pirsch. Aber das Online-Angebot ist viel größer als auf etablierten Partnermärkten – und das ist entscheidend für die Erfolgsaussichten.

Im Job verlieben passiert nebenbei

Laut einer Studie des IT-Verbandes Bitkom haben bereits neun Millionen deutsche Singles einen Partner online gefunden. Mehr als sechs Mil-lionen Menschen ließen einem digitalen Vorspiel eine „erotische Bekanntschaft“ folgen – das ist jeder Neunte zwischen 15 und 65.

Trotz des absehbaren Triumphs des Internets steht für Beziehungsforscher Hassebrauck jedoch fest: „Nur am Arbeitsplatz verliebt man sich nebenbei – und dadurch eben besonders leicht.“

 

Flirten im Job: Das raten Experten

Wer Emotionen und Berufliches nicht trennen kann: Finger weg vom Flirt!

Nur nichts überstürzen: Gerade Männer fallen zu oft mit der Tür ins Haus.

Die Mittagspause ist ein unverfänglicher Anlass, um Privates zu streifen.

(Fachliche) Komplimente machen und um Rat fragen – das hilft immer.

Küssen und Kosenamen sind am Arbeitsplatz tabu!

 

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