Wohnraum glänzend in Szene gesetzt

Home Staging: So lassen sich Immobilien schneller und teurer verkaufen

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Immobilienverkäufer haben derzeit in vielen Städten und Regionen hervorragende Chancen, schnell einen guten Preis zu erzielen. Schwieriger wird das allerdings, wenn beispielsweise die Lage nicht stimmt. Wie dem auch sei: Das sogenannte Home Staging kann den Verkaufsprozess beschleunigen. Gemeint ist damit, dass man die eigene Immobilie richtig in Szene setzt.

Von Grund auf reinigen

Zum Home Staging gehört als erstes Saubermachen. Aber: Eine ordentliche Grundreinigung ist mehr, als nur aufzuräumen. Auch der Teppichboden sollte gereinigt werden, die Heizkörper, die Rollläden von außen. „Wichtig ist auch, dass in der Küche keine Fettablagerungen sind. Und die Fugen im Bad sollte man mit einem entsprechenden Reiniger auch einmal säubern“, rät Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus & Grund. Ganz wichtig: Es sollte nicht nach Essen, Unrat oder Haustier in der Wohnung riechen. Und es sollte nicht zu dunkel sein, denn das wirkt schnell schmutzig. Kurz gesagt: Die Immobilie muss gepflegt aussehen.

Die persönliche Note zurückfahren

Eine Stufe weiter geht, wer seine persönlichen Lieblingsstücke entfernt – beispielsweise Familienbilder auf dem Sideboard, auffällige Dekoration oder das ein oder andere Möbelstück. Damit schafft man Platz für die Lieblingsstücke des Käufers. Die Wohnung sollte am besten so ähnlich aussehen wie in einem Möbelkatalog oder Einrichtungshaus – dann kann sich die Mehrheit der Interessenten damit identifizieren. Ist die Immobilie so hergerichtet, kann der Verkäufer sie auch besser fotografieren. Dabei gilt es, auf eine gute Ausleuchtung zu achten. Solche Bilder sind geeignet, um die Immobilie in einem entsprechenden Internetportal angemessen zu präsentieren.

Leer stehende Immobilie aufhübschen

Auch eine Immobilie, die völlig leer ist, kann zum Problem werden. Denn manchen potenziellen Käufern fällt es schwer, sie sich eingerichtet vorzustellen. Alexander Wiech rät in diesen Situationen dazu, dezent das eine oder andere Möbelstück in die Wohnung zu stellen – einen Stuhl beispielsweise in eine Ecke, einen Beistelltisch mit frischen Blumen in eine andere.

Sollte sich auch nach längerer Zeit kein Käufer gefunden haben, kann es sich lohnen, die Tapeten weiß zu streichen. Damit wirkt die Wohnung frischer und sauberer. „Andere Farben sollte man besser nicht verwenden“, sagt Wiech. Denn wenn der Verkäufer beispielsweise in Zartrosa gestrichen hat, ein Interessent aber die Farbe schrecklich findet, erreicht man das Gegenteil von dem, was geplant war.

Wann Experten helfen können

Viele Dinge kann der Verkäufer also selbst erledigen. „Wenn aber beispielsweise nach drei Monaten noch kein Käufer gefunden ist, oder mögliche Käufer nicht den gewünschten Preis zahlen wollen, sollte man einmal über die Hilfe eines Home-Staging-Experten nachdenken“, sagt Wiech. Diese Experten verlangen für ihre Arbeit zwar locker einen mittleren dreistelligen Wert. Doch wenn dadurch die Immobilie für eine sechsstellige Summe weggeht, ist der Einsatz nicht zu hoch.

Abgesehen davon gibt es auch Makler, die bei diesem Thema beratend zur Seite stehen, ohne dafür zusätzliche Gebühren zu verlangen. Ihnen geht es darum, ein Objekt optimal zu vermarkten. Von einem höheren Verkaufspreis profitiert schließlich nicht nur der Verkäufer, sondern über die Provision auch der Makler.

Was sich nicht rechnet

Ist eine Wohnung gut in Schuss, verkauft sie sich also in der Regel schneller, vielleicht auch zu einem besseren Preis. Allerdings ist das Verhältnis zwischen Investitionen in die Wohnung und Verkaufspreishöhe schwierig: Nicht alle Anstrengungen zahlen sich in barer Münze aus. Beispielsweise das Bad neu machen zu lassen, lohnt sich sehr wahrscheinlich nicht. Und auch der neue Zimmeranstrich oder Fußboden wollen sehr gut überlegt sein – schließlich soll sich die Investition ja refinanzieren. Darum sollte man zunächst nur Anstrengungen unternehmen, die nicht über Gebühr teuer oder zeitraubend sind. Sieht man, dass sich die Immobilie nicht so einfach verkauft wie erwartet, kann man immer noch nachbessern.

Keine Mängel verdecken

Die Grenzen des Home Staging sind übrigens dort erreicht, wo ein Verkäufer versucht, Mängel zu übertünchen. Im wahrsten Sinne des Wortes gilt das beispielsweise, wenn Stock- oder Schimmelflecken übermalt werden. „Das sollte man nicht tun“, sagt Alexander Wiech. „Der Käufer kann in einem solchen Fall Schadenersatz verlangen und der Verkauf kann rückabgewickelt werden.“


Mehr zum Thema:

Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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