Ausstellung

Hingehen, gucken, selbermachen


Der Zukunftszug begeistert Jung und Alt für Forschung und Technik

Für Teenies der absolute Urlaubs-Super-Gau: Sie machen tolle Ferien auf einer Südseeinsel mit Palmenstrand. Und am dritten Tag fallen Handy und MP3-Player aus. Akku leer. Von einer Steckdose weit und breit keine Spur… Mit ein paar Solarzellen und Kabeln im Gepäck könnten die modernen Robinsons ihr Problem lösen, weiter ihre Lieblings-Hits hören und die Urlaubsfotos heimsimsen.

Wie man das schafft, können Kids im „ScienceExpress“ lernen, der noch bis Ende November durch Deutschland kurvt, genauer gesagt im Mitmach-Labor des Zugs. Die Schüler der Klasse neun der Peter-Ustinov-Realschule in Köln haben es gerade ausprobiert.

Im Nu hatten die jungen Leute die Lösung raus. Flink verkabeln sie das Solarmodul, halten es unter einen Strahler und lassen so einen Mini-Ventilator surren. „Funktioniert“, stellt Pascal nüchtern fest. Und Diplom-Biologin Christa Bauer, die den Versuch leitet, er­klärt: „Auf die Weise ließe sich auch der Handy-Akku laden.“

Für 10 Millionen Euro Zug umgebaut

Energie der Zukunft – es ist eine der vielen Themen, die der 333 Meter lange „Zukunftszug“ beleuchtet. Ausgetüftelt haben die Ausstellung „Expedition Zukunft“ Experten der Max-Planck-Gesellschaft in München.

Neun Monate dauerte und rund 10 Millionen Euro kostete das. Zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik soll der Wissenschaftszug Jung und Alt für Forschung und Technik begeis­tern. Denn für die Republik ohne Rohstoffe sind Köpfchen und Know-how die wichtigsten Erfolgsfaktoren im weltweiten Wettbewerb. „Gerade sie schaffen die Quellen unseres künftigen Wohlstands“, sagt Bundesforschungsministerin Annette Schavan. „Deshalb müssen wir Wissenschaft und Forschung stärken, um im weltweiten Innovationswettbewerb bestehen zu können.“ Deshalb auch unterstützen Unternehmen wie Bayer, BASF, Siemens und Volkswagen den Zug.

Im ungewöhnlichen Am­bi­ente von zwölf umgebauten Gepäckwagen bietet er den Be­suchern Einblicke in spannende Fragen und Techniken: Gibt es noch eine weitere Erde? Wie sehen die Städte der Zukunft aus? Was kommt nach dem Öl? Können wir das Altern irgendwann aufhalten? Welche neuen Techniken bahnen sich für die Operation an?

Häufig können die Besucher selbst was tun. An der Pi­pettier-Station etwa können sie testen, ob sie mit dem Dosiergerät Flüssigkeit genauso rasch ab­messen können wie ein Ro­bo­ter. Am Spritspar-Simulator finden sie heraus, wie spritsparend sie Auto fahren.

Bisher täglich 1.500 Besucher

„Wir bringen die Wissenschaft zu den Menschen“, schildert Projektleiterin Hannelore Hämmerle. Das kommt an. „Die Besucher sind durchweg begeistert“, berichtet sie. „Seit Ende April haben sich täglich 1.500 Menschen die Ausstellung an­geschaut.“ Familien mit Kindern, Studenten und auch Senioren.

Vor allem Jungs und Mädels finden den Zukunftszug gut. „Das ist viel schöner als Schule“, meint die 16-jährige Tugba Calistan aus Monheim. „Es macht Spaß hier und ist nicht so streng.“ Und einen Jungen in Frankfurt begeisterte der Zug so sehr, dass er sich nun einen Experimentierkasten wünscht. Projektleiterin Hämmerle freut sich. „Das ist genau das, was wir anstreben.“

Gerd Dressen

Info: Der ScienceExpress

Noch bis Ende November tourt die rollende Ausstellung „Expedition Zukunft“ durch die deutschen Lande und macht Halt in mehr als 40 Städten. Auf der Route stehen zum Beispiel noch München, Ludwigshafen, Karls­ruhe, Stuttgart, Nürnberg und Ingolstadt sowie Oberhausen, Braunschweig, Hamburg, Bremen und Wolfsburg. Die letzte Station ist Ende November in Berlin.

Infos zum ScienceExpress und zu den Stationen gibt es im Internet unter www.expedition-zukunft.org/

 

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