Schlaue Helfer im heimischen Grün

Hightech übernimmt die Gartenpflege

Köln/Ulm. Jetzt im Frühling surren und schnurren wieder Rasenmäher, Heckenschere und Co. im heimischen Grün. Immerhin jeder dritte Deutsche hat einen Garten mit mehr als 500 Quadratmetern, ist vom Gartengeräte-Verband IGV in Ratingen bei Düsseldorf zu erfahren. Der Geräte-Umsatz letztes Jahr: 1,7 Milliarden Euro.

Und die Technik wird immer intelligenter: Manche Mähroboter, Pflanzsensoren und Sprinkler haben USB-Schnittstellen, nutzen das Internet und holen sich Daten aus der Cloud. „Der Mensch kann seinen Garten genießen, ohne viel Arbeit zu haben“, sagt Klaus Peter Teipel. Er arbeitet als Branchenexperte für das Institut für Handelsforschung in Köln. Er nennt fünf Beispiele dafür, was die smarten Helfer können:

Mähroboter sendet SMS. Mit Akku oder Solarzellen betriebene automatische Rasenstutzer grasen Tag für Tag die Wiese ab. Sie sind programmierbar, laden sich selbstständig auf. Der Grasschnitt hält sich in Grenzen und dient als Extra- Dünger. Gibt es mal Probleme, meldet sich der Mäher per SMS auf einer gespeicherten Handy-Nummer.

Sensor zeigt Wassermangel. Der Sprinkler wird erst aktiviert, wenn der Boden zu trocken ist – dafür sorgen neuartige Feuchte-Sensoren. Das Bewässern vorab nach Tageszeiten zu programmieren, ist nicht mehr der letzte Schrei. Vorteil: Der Wasserverbrauch sinkt.

Ditigale Gieskanne funkt. „In Amerika“, weiß Branchenexperte Teipel, „ist man beim Bewässern sogar noch einen Schritt weiter: mit vernetzten Systemen.“ Die Sprinkler sind per Funk miteinander verbunden und werden mithilfe einer App gesteuert. Die berücksichtigt dabei Informationen über die Bodenbeschaffenheit, die Bepflanzung und die Sonneneinstrahlung. Wetterdaten werden übers Internet geliefert. Farmer im trockenen Südwesten der USA nutzen diese Anwendungen bereits, sie dürften in Zukunft auch in deutschen Gartencentern auftauchen.

App überwacht Blumen. Ähnlich funktioniert schon heute ein Pflanzensensor in Form eines unscheinbaren Plastik-Asts. Ins Erdreich gesteckt und mit der passenden App verbunden, misst er alle 15 Minuten Feuchtigkeit, Nährstoffkonzentration und Lichtstärke im Blumenbeet oder Topf. Leidet die Pflanze unter Wasser- oder Nährstoffmangel, gibt es per Bluetooth eine Warnung aufs Handy. Gießen muss man allerdings noch selbst.

Pflanzen online identifizieren. Exotische Gewächse, die sich mithilfe von Wind oder Vögeln selbst ausgesät haben, landen oft als Unkraut im Grünschnitt. Das verhindern Apps fürs Smartphone oder Tablet, die Pflanzen über Fotos von Blättern, Früchten oder Samen identifizieren. Per Daten-Cloud erstellen sie einen Steckbrief der Pflanze – und geben Tipps über Anpflanzung und Pflege.

     


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In den über 3.000 Gartencentern geht es jetzt reichlich farbenfroh zu. Viele Kunden kaufen längst nicht mehr nur Pflanzen: Ebenso gefragt ist der Besuch im centereigenen Restaurant oder das Pflanz- und Dekoseminar.

Frisch gesetzte Pflanzen stark gießen, Bierfallen gegen Nacktschnecken einsetzen, Sträucher nur im Winter schneiden … Um die richtige Garten- und Pflanzenpflege ranken sich zahlreiche Mythen. Doch viele Tipps erweisen sich schnell als Flops!

Wie wär’s mit Naschtomaten, Mini-Gurken oder Chillischoten, Sorte „Feuerküsschen“? Für den Eigenanbau braucht man nicht viel Platz. Die Pflanzen sprießen auch in Kübeln, Töpfen oder selbst gezimmerten Kisten prächtig.

Schnittblumen sollen lange schön aussehen. Dafür sorgen spezielle Profi-Pflegeprodukte von Smithers-Oasis in Grünstadt. Chef Markus Schütze verrät, was jedermann zu Hause tun kann, um lange Freude am Strauß zu haben.

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