Brandschutz

Hellwach in der Nacht: Deshalb sind Rauchmelder jetzt fast überall in Deutschland Pflicht

Nachtwächter: Der Vorgänger des elektronischen Brandschutzes ist heute eine folkloristische Attraktion. Foto: dpa

Berlin. Die größte Gefahr am Feuer sind nicht die Flammen, sondern der Rauch. „Schon wenige Atemzüge der giftigen Gase können bewusstlos machen oder tödlich sein“, so Claudia Groetschel vom Forum Brandrauch-Prävention in Berlin. Der Zusammenschluss aus Firmen und Verbänden der Sicherheitsbranche setzt sich für Rauchmelder in Häusern ein.

In den meisten Bundesländern sind die kleinen Geräte, die man an die Zimmerdecke schraubt, längst Pflicht. In Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen seit diesem Jahr.

Rund 400 Menschen werden in Deutschland jährlich Opfer von Bränden. Die meisten werden im Schlaf überrascht. Da funktioniert unser Geruchssinn nicht – anders als das Gehör, das uns morgens nicht im Stich lässt, wenn der Wecker klingelt. Diesen Unterschied nutzen die Rauchmelder: Ihr schrilles Piepen warnt vor dem gefährlichen Qualm.

Vorgeschrieben sind die elektronischen Melder in Schlaf- und Kinderzimmern sowie auf Fluchtwegen. „Ideal ist, wenn man sie in allen Wohnräumen installiert“, sagt Groetschel.

Meist ist der Vermieter für den Einbau zuständig. Die Wartung müssen je nach Land Mieter oder Hausbesitzer übernehmen. Eine Tabelle mit den aufgelisteten Vorschriften für die einzelnen Bundesländer finden Sie unter:
www.aktiv-online.de/rauchmelder

„In Ländern mit Rauchmelder-Pflicht sind Mieter in der Regel gut geschützt“, sagt Groetschel, „denn die meisten Vermieter setzen die Vorschrift schnell um.“

Kommt ein Vermieter der Einbau-Pflicht nicht nach, kann das teuer für ihn werden, denn er haftet in diesem Fall für verletzte Mieter. Das gilt auch, wenn der Vermieter Einbau und Wartung Mietern überträgt, die zu diesen Arbeiten gar nicht in der Lage sind, etwa gebrechliche Senioren. Viele Hausbesitzer wissen noch nichts von den neuen Regeln. „Derzeit kann man aber davon ausgehen, dass Gebäude- und Hausrat-Versicherung noch zahlen, auch wenn man keinen vorgeschriebenen Rauchmelder hat“, so Groetschel.

Gute Geräte haben eine Lithium-Langzeit-Batterie und kosten rund 30 Euro

Sicherheit kostet nicht viel: Gute Rauchmelder mit Langzeit-Batterien aus Lithium sind laut Stiftung Warentest für etwa 30 Euro zu haben, Modelle mit einfachen Batterien für rund 10 Euro.

Einmal im Jahr, besser jeden Monat, sollte man die Prüftaste drücken und testen, ob das Gerät noch funktioniert. Und es bei der Gelegenheit von Staub befreien. Damit der Rauch im Ernstfall wirklich zu den Sensoren dringt.

 

Was man bei Rauchmeldern sonst noch unbedingt beachten sollte, lesen Sie hier:
www.aktiv-online/rauchmelder


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