Finanzspritze für Hauseigentümer

Heizen mit erneuerbaren Energien: Staat fördert neue Anlagen

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Die Heizungsmodernisierung bietet im privaten Haushalt – verglichen mit anderen Maßnahmen – oft das größte Energiesparpotenzial. Denn zahlreiche Anlagen in Deutschland tun oft schon viele Jahre ihren Dienst und sind nicht mehr auf dem Stand der Technik. Die Erneuerung der Anlage bietet daher einen guten Ansatzpunkt, steigenden Energiekosten einen Riegel vorzuschieben.

Wer dabei auf regenerative Energien setzt, kann zudem von der staatlichen Förderung aus dem sogenannten Marktanreizprogramm (MAP) profitieren. Sie wird über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausgezahlt. Unterstützt werden zum Beispiel Wärmepumpen oder Pellet-Heizungen, die mit kleinen Presslingen aus Holzspänen und Sägemehl betrieben werden. Mit dem MAP will die Bundesregierung den Einsatz regenerativer Energien zur Wärmeerzeugung unter anderem in privaten Haushalten in Schwung bringen.

Höhere Förderbeträge

Zum 1. April 2015 sind deshalb die bisherigen Basisförderbeträge, die für eine Neuanschaffung von Solarkollektor- und Biomasseanlagen sowie Wärmepumpen gezahlt werden, deutlich erhöht worden. Auch die Bezugsbedingungen haben sich verbessert: Wurde bisher nur der Austausch von Anlagen bezuschusst, die vor 2009 eingebaut wurden, können jetzt auch Eigentümer relativ junger Heizungen profitieren; es reicht, wenn die Anlage mindestens zwei Jahre alt ist.

Handlungsbedarf gäbe in vielen Haushalten. Das Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik (VdZ) schätzt, dass bundesweit drei Viertel aller Heizungsanlagen ineffizient sind. „Lohnend ist eine neue Heizung in der Regel für diejenigen, deren Anlage 15 Jahre oder älter ist“, sagt Michael Herma, Geschäftsführer des VdZ in Berlin. Denn oft sind diese Heizungen überdimensioniert und verbrauchen zu viel Energie. „Moderne Anlagen kommen im Schnitt mit 40 Prozent weniger Energie aus als eine 15 bis 20 Jahre alte Anlage“, so Herma.

Teurere Investition

Heizungen, die mit regenerativen Energien arbeiten, haben jedoch zunächst mal höhere Investitionskosten – verglichen mit einer konventionellen Anlage, die mit Öl oder Gas betrieben wird. So schlägt eine Pelletheizung mit 15.000 bis 20.000 Euro zu Buche. Dafür gibt es von der BAFA einen Zuschuss von 2.000 bis zu 3.500 Euro, abhängig von der Art der eingebauten Pelletanlage.

Auch Wärmepumpen, die die Energie aus Sole/Wasser oder Luft ziehen, werden bezuschusst. Hierfür gibt es je nach Anlage zwischen 1.300 und 4.000 Euro.

Werden mit der Heizungsumstellung gleichzeitig weitere Maßnahmen zur energetischen Optimierung durchgeführt, wie zum Beispiel ein Austausch der Heizkörper, gibt es auch hierfür eine zusätzliche Finanzspritze von der BAFA.

Sonnenkollektoren für warmes Wasser

Wer nur die Warmwassserbereitung auf regenerative Energien umstellen möchte, kann seit April ebenfalls einen Zuschuss beantragen. Die BAFA zahlt 500 Euro für eine Kollektoranlage, die nur diesem Zweck dient, zuvor wurden ausschließlich Kollektoranlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung gefördert.

Nachträgliche Optimierung

Selbst wer schon eine früher über das Marktanreizprogramm geförderte regenerative Heizung zu Hause hat, kann nach drei bis sieben Jahren für eine Feinjustierung des Systems erneut finanzielle Unterstützung von der BAFA bekommen.

Energieberatung zu Hause

Da die Regeln recht kompliziert sind und für die Förderung durch die BAFA bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, sollten diese schon bei der Planung berücksichtigt werden. Dabei hilft zum Beispiel eine Vor-Ort-Beratung, bei der sich ein Energieberater die Verhältnisse zu Hause anschaut und daraus entsprechende Maßnahmenvorschläge entwickelt. Die Kosten für die Beratung werden ebenfalls bis zu 60 Prozent von der BAFA gefördert. Einen hierfür qualifizierten Berater findet man unter energie-effizienz-experten.de.

Informationen im Netz

Unter bafa.de lassen sich ausführliche Informationen zu den einzelnen Förderprogrammen nachlesen. Dort sind auch die förderfähigen Heizungsanlagen aufgelistet. Nach deren Einbau hat man übrigens neun Monate Zeit, die Förderung zu beantragen, die entsprechenden Anträge können ebenfalls im Internet heruntergeladen werden.


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