Urteil

Heimliche Untervermietung führt zur fristlosen Kündigung

Foto: Fotolia

„Das sind doch nur Freunde zu Besuch.“ So wollte sich ein Mieter in München herausreden, der seine Wohnung unberechtigt untervermietet und dies auf Nachfrage der Vermieterin auch noch abgestritten hatte.

Das Ende vom Lied: Das Vertrauensverhältnis zwischen Mieter und Vermieter ist zerstört. Eine fristlose Kündigung ist damit auch ohne vorherige Abmahnung möglich. Das hat das Amtsgericht München entschieden.

Polizei entdeckt den Schwindel

Die Vermieterin einer öffentlich geförderten Wohnung in München staunte nicht schlecht, als sie im August 2012 die Mitteilung bekam, dass ihr Mieter diese Wohnung an Dritte untervermiete. Die Kriminalpolizei hatte dies entdeckt, als jemand anderes bei einer polizeilichen Befragung diese Wohnung als Wohnsitz angab und auch gleich noch mitteilte, dass er sich auf Anweisung des eigentlichen Mieters dort nicht anmelden dürfe.

Die Vermieterin forderte ihren Mieter daraufhin auf, die unerlaubte Untervermietung zu unterlassen. Als Antwort erhielt sie ein Schreiben, in dem der Mieter die Untervermietung bestritt. Er sei nur krank. Daher kämen Freunde zu ihm zu Besuch.

Hieraufhin kündigte ihm die Vermieterin fristlos und erhob Klage vor dem Amtsgericht. Die zuständige Richterin gab der Frau Recht und erließ ein Räumungsurteil.

Nach Anhörung mehrerer Zeugen steht fest, dass der Mieter die Wohnung untervermietet hat, was er noch dazu leugnete, so das Gericht. Damit habe der Mann das Vertrauensverhältnis zu seiner Vermieterin zerstört. Ihr ist es nicht zuzumuten, das Mietverhältnis fortzuführen, so der Entscheid.

Geförderte Wohnung ist nur für Bedürftige

Dabei fiel auch ins Gewicht, dass es sich um eine öffentlich geförderte Wohnung handelt, die nur von einem bestimmten Personenkreis bewohnt werden darf. Auch diese Vorschrift hatte der Mieter umgangen.

Vor Gericht kam heraus: Über Jahre hinweg hatte er die Vermieterin getäuscht. Eine vorherige Abmahnung hielt das Gericht in diesem Fall für nicht erforderlich. Die sofortige fristlose Kündigung ist wirksam (Amtsgericht München, 25.4.13, 423 C 29146/12).


Artikelfunktionen


Schlagwörter: Recht Wohnen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang