Experte rät dazu, alte Verträge zu checken

Hausrat-Versicherung: Moderne Policen bieten mehr fürs Geld

Neuer Teppich, neues Sofa, neuer Teddy: Tröstlich, wenn da die Versicherung einspringt. Foto: Getty

Henstedt-Ulzburg. Auch wenn gerade nichts passiert ist, sollte man mal den Staub von der Akte pusten: „Aktuelle Hausratversicherungen bieten wesentlich mehr Leistung fürs Geld als ältere.“

Das erklärt Thorsten Rudnik, unabhängiger Versicherungsberater aus Henstedt-Ulzburg (bei Hamburg). Er zeigt, wie die Unterschiede oft im Detail liegen. Beispielsweise zahlen klassische Verträge nur bei Bränden mit lodernden Flammen – moderne Policen dagegen auch bei Schwelbränden.

Leistungsstarke Verträge weichen in sehr vielen Punkten vom Standard ab

Als Wasserschäden erkennen neuere Verträge auch auslaufende Aquarien, Wasserbetten oder Zimmerbrunnen an – ältere Verträge dagegen meist nur Schäden durch Leitungswasser. Beim Thema Diebstahl schützen viele aktuelle Verträge zum Beispiel auch Gartenmöbel oder die Waschmaschine im Gemeinschaftskeller. Laut dem Kleingedruckten von früher dagegen wird nur nach einem Einbruch in die abgeschlossene Wohnung gezahlt.

„Leistungsstarke moderne Verträge weichen teilweise in mehr als 100 Punkten vom klassischen Standard ab“, sagt Rudnik. Oft bieten die Versicherer einen preiswerten Basistarif und einen besseren Top-Tarif: „Man sollte individuell prüfen, ob der teurere Schutz Sinn macht“, rät der Experte. Nicht jeder braucht eine Rund-um-die-Uhr-Hotline oder psychologische Betreuung nach einem Einbruch.

Auf jeden Fall sollte die Hausratversicherung heutzutage auch bei „grober Fahrlässigkeit“ voll leisten. Also beispielsweise, wenn eine vergessene Kerze die Bude in Brand setzt. „Ansonsten darf der Versicherer die Leistung entsprechend der Mitschuld des Versicherten kürzen“, warnt Rudnik. „Außerdem sollte eine zeitgemäße Police grundsätzlich Überspannungsschäden abdecken.“ Dann zahlt die Versicherung auch, wenn ein Blitz in der Nachbarschaft einschlägt und TV oder PC den Geist aufgeben.

Fahrradfahrer können von einer modernen Police erwarten, dass das Bike rund um die Uhr versichert ist – egal, wo es steht. Und bei Wertsachen ist eine Entschädigungshöhe von mindestens 20 Prozent der Versicherungssumme Standard.

Schließlich empfiehlt Rudnik Schutz gegen „Elementarschäden“ wie Starkregen, Hochwasser oder Schneedruck: „Solche Schäden nehmen zu – sind aber in alten Verträgen praktisch niemals abgedeckt.“


Mehr zum Thema:

Starkregen, Hochwasser, Erdrutsche: In Deutschland sorgen immer öfter Unwetter für Schlagzeilen. Umso wichtiger ist es für viele Immobilienbesitzer und Mieter geworden, sich gegen Elementarschäden an und in Häusern zu versichern.

Wohngebäudeversicherungen decken zwar häufige Schadensereignisse ab. Aber trotzdem sollten sich Immobilieneigentümer nicht einfach auf alten Verträgen ausruhen. Denn neue Policen decken oft mehr Schäden ab.

Das Hab und Gut schützen, die Familie absichern, nach Unfällen zumindest finanziell aus dem Schneider sein: Für solche Zwecke gibt es alle möglichen Versicherungen. Doch welche Policen sind unverzichtbar oder zumindest wirklich nützlich?

aktualisiert am 09.10.2017

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang