Leserfrage

Haus-Kredit: Gratis-Tilgung im Erbfall?

Sven K. aus Heilbronn: Zum Nachlass meines Vaters gehörte eine Eigentumswohnung, die noch mit Schulden belastet war. Der Kredit, zuletzt 2008 verlängert, war bis 2014 festgeschrieben. Da auch die anderen Erben ihren Anteil wollten, war ich gezwungen, die Wohnung zu verkaufen. Dem Kreditgeber wurde die restliche Schuld vorzeitig zurückgezahlt, dafür wurde mir dann eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 14 300 Euro in Rechnung gestellt. Ist es möglich, diese Entschädigung teilweise oder ganz zurückzufordern?

AKTIV : Es ist zwar denkbar, dass andere Banken bei einem Todesfall kulanter handeln – aber im Grundsatz ist gegen so eine Entschädigung nichts einzuwenden. Wird ein Kredit mit festem Zinssatz wegen des Verkaufs der Immobilie vorzeitig getilgt, darf die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

Deren Höhe ist unter anderem abhängig von der Restlaufzeit sowie der Differenz zwischen dem Zinsniveau bei Abschluss des Vertrages und dem Zinsniveau zum Zeitpunkt der vorzeitigen Rückzahlung. „Der Kreditnehmer muss den Kreditgeber so stellen, wie dieser stünde, wenn das Darlehen für den vereinbarten Zeitraum fortgeführt und mit Zinsen bedient worden wäre“, erklärt Julia Topar, Pressesprecherin beim Bankenverband.

„Die Vorfälligkeitsentschädigung ist keine Strafe und auch keine fixe Gebühr, sondern eine ökonomisch begründete Ausgleichszahlung.“ Wegen der genauen Höhe dieser Zahlung kommt es allerdings immer wieder zu Prozessen. Eine rechnerische Überprüfung bietet zum Beispiel die Verbraucherzentrale Bremen an, für 70 Euro pro Fall.

 


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Schlagwörter: Private Finanzen

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