Da kann man jetzt mehr steuerlich geltend machen als früher

Handwerker in Haus und Garten: Ein Fünftel zahlt der Staat

Klempner in der Küche: Ein typischer Fall für die Steuererklärung. Foto: Mauritius

Berlin. Wenn Handwerker und andere fleißige Helfer in Haus oder Garten arbeiten, spart das Steuern – klar. Was viele nicht wissen: „Inzwischen sind die Regelungen deutlich erweitert worden“, sagt Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine. Längst werden zum Beispiel auch Arbeiten zur Erweiterung der Wohnfläche subventioniert, etwa ein Dachausbau.

Immer gilt: 20 Prozent der Rechnung können im Folgejahr per Steuererklärung geltend gemacht werden, allerdings müssen dabei die Materialkosten rausgerechnet werden. Für den Einsatz von Handwerkern gibt’s so maximal 1.200 Euro pro Jahr zurück, für haushaltsnahe Dienstleistungen zusätzlich bis zu 4.000 Euro. Die Rechnungen müssen übers Konto bezahlt worden sein.

Auch viele Arbeiten jenseits der Grundstücksgrenze gelten

„Inzwischen werden sogar Arbeiten außerhalb der Grundstücksgrenzen akzeptiert, wenn sie in unmittelbarem Zusammenhang mit der Immobilie stehen“, sagt Steuerexperte Nöll. Also beispielsweise Arbeiten an Leitungen und Rohren, Straßenbauarbeiten, Winterdienst oder Gartenpflege, die zwar auf öffentlichem Grund stattfinden, aber vom Immobilienbesitzer bezahlt werden müssen.

Anerkannt werden manchmal sogar auch Arbeiten, die woanders durchgeführt werden, aber direkt dem Haushalt dienen. So entschied das Finanzgericht München (23.2.2015, 7 K 1242/13) im Fall einer Tür, die der Schreiner in seiner Werkstatt bearbeitete und anschließend einbaute.

„Viele wissen nicht, welche Leistungen überhaupt steuerlich begünstigt sind“, so die Erfahrung von Nöll. Klar: Wenn etwa Klempner, Maler, oder Elektriker ins Haus kommen, sind das typische Handwerkerleistungen. Ebenso die Wartung der Heizung. Dazu betont der Experte: „Inzwischen ist höchstrichterlich geklärt, dass auch sämtliche Arbeiten des Schornsteinfegers anerkannt werden.“

Steuernachlass gibt’s aber auch für die Reinigung der Abflussrohre, den Anschluss ans Internet oder Kabelfernsehen, die Montage von Satellitenschüsseln, die Entfernung von Graffiti, die Wartung von Feuerlöschern und vieles mehr.

Als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ sind ebenfalls mehr Arbeiten begünstigt, als mancher glaubt: nicht nur Haushaltshilfe oder Fensterputzer, sondern beispielsweise auch Gärtnerdienste oder die Zubereitung von Mahlzeiten im eigenen Haushalt.

Eine praktische amtliche Übersicht steht unter ao5.de/handwerker zum Download bereit.


Mehr zum Thema:

Frisch gesetzte Pflanzen stark gießen, Bierfallen gegen Nacktschnecken einsetzen, Sträucher nur im Winter schneiden … Um die richtige Garten- und Pflanzenpflege ranken sich zahlreiche Mythen. Doch viele Tipps erweisen sich schnell als Flops!

Zwei Dinge sind sicher im Leben, weiß der Volksmund – der Tod und die Steuern … Und sicher ist damit auch, dass AKTIV immer wieder Tipps zu Steuerthemen gibt. Wichtige Artikel finden Sie hier.

aktualisiert am 29.09.2017

Ob etwa Parkettboden abschleifen, alte Tapeten ablösen, die Terrasse vom Moos befreien: Wer so was selbst macht und die dafür notwendigen Geräte mietet, kann Geld sparen. Aber: Aufpassen, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht!

Wenn die Steckdose tot ist oder der Wasserhahn tropft, muss oft ein Handwerker her. Leider ist es gar nicht so einfach, gute Leute zu finden ... Da kann ein Tipp vom Nachbarn helfen – und natürlich das Internet.

Nachtzuschläge, Vermittlungsprovisionen, Zusatzkosten für Spezialwerkzeug: Nicht selten bitten unseriöse Handwerker überteuert zur Kasse. Was unangemessen ist und wie Sie sich gegen teure Tricks wehren können, lesen Sie hier.

aktualisiert am 26.09.2017

Ein Wintergarten, ein Speicherausbau, ein neues Badezimmer: Größere Baumaßnahmen sind immer mit Aufwand verbunden. Wir verraten Ihnen, wie Bauherren ihre Nerven und Geldbeutel schonen.

Vor Reparaturen, Renovierungen und anderen handwerklichen Dienstleistungen sind Kostenvoranschläge eine gute Orientierungshilfe. Aber aufgepasst: Sie sind nicht preisverbindlich! Worauf Sie achten sollten, lesen Sie hier.

So was kann schnell passieren: Der Handwerker zerdeppert bei der Arbeit aus Versehen einen Gegenstand. Wie kommt der Geschädigte zu seinem Recht? Wir haben Herbert Schons gefragt, Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang