Bildung

Handeln statt büffeln


Hey, das ist ja toll: Auch die „Vertriebler“ lernen direkt in der Fertigung die neuen Produkte kennen. Foto: Heraeus Noblelight

Heraeus will die Belegschaft fürs Lernen begeistern

Hanau. Lust auf Lernen? Pfff,  keine Zeit, keine Lust, schon zu alt, winken viele ab. Ein neues Weiterbildungsprogramm soll „Lernmuffeln“ nun auf die Sprünge helfen. Getestet hat es der Edelmetall- und Technolo-giekonzern Heraeus aus Hanau: Er verlagerte das Lernen für zwei Jahre an die Stelle, wo es hingehört – direkt an den Arbeitsplatz. Mit Erfolg!

Zum Beispiel lerne die Belegschaft von Heraeus Noblelight den „Technischen Fortschritt“ nicht mehr beim Vortrag im Klassenzimmer. Sondern direkt in der Produktion.

„Unsere Mitarbeiter sind Experten“

Die Kollegen tauschen ihr Wissen aus, testen verschiedene Möglichkeiten und erarbeiten für jeden Produktionsschritt eine Prozessbeschreibung.

Und sie schreiben Ideen auf, um Produkte zu verbessern:  „Unsere Mitarbeiter sind Ex-perten, das Wissen ist in ihren Köpfen. Wir wollen, dass sie sich austauschen und ihr Wissen auch an andere weitergeben“, so der weltweite Produktionsleiter Gerhard Damaschke.

Denn, so Damaschke weiter: „Keiner weiß alles, jeder weiß etwas. Dieses ‚Etwas’ auszutauschen und unser Wissen zusammenzulegen, wird uns einen großen Schritt voranbringen!“

Manchmal ergeben sich dabei für die Teilnehmer verblüffende Einblicke.  Wie für Astrid Dörner aus dem Vertrieb: „Ich wusste gar nicht, dass man mit unseren Strahlern zukünftig das Trinkwasser für New York desinfiziert. Großartig!“

Zwar kostet die neue Lernmethode Zeit und Mühe. Doch „der Aufwand lohnt sich“, ist  Rainer Küchler, Geschäftsführer bei Noblelight, überzeugt:  „Er wird sich zwar nicht unmittelbar an den Kennzahlen in der Produktion wie Durchlaufzeiten und Rüstzeiten ablesen lassen. Aber wir spüren die Begeisterung und die Motivation der Mitarbeiter.“

SL

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