Menschen

Gute Chancen – auch ohne feste Stelle


Zupackend: Mit seiner eben abgeschlossenen Lehre hat Fabian Ehing bei Wika viele Möglichkeiten. Foto: Brosch

Weiterbildung und Job: Fabian Ehing nutzt die neue Beschäftigungsbrücke

Klingenberg. Eine flexible Bindung, die Spielraum lässt und trotzdem hält – das kannte Fabian Ehing bisher nur vom Skifahren. Jetzt startet er mit diesem Prinzip ins Berufsleben: Der Werkzeugmechaniker ist einer der Ersten in der neuen „Beschäftigungsbrücke Bayern GmbH“.

„Einer unserer besten Auszubildenden“

Auf die haben sich die Arbeitgeberverbände BayME und VBM mit der Gewerkschaft IG Metall Bayern geeinigt. Gemeinsames Ziel: Trotz Konjunkturkrise junge Facharbeiter nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in den Betrieben halten.

So wie Fabian Ehing: Sein Ausbildungsbetrieb, die unterfränkische Firma Wika, kann ihn  derzeit  nicht  übernehmen – wegen des scharfen Auftrags­rückgangs.

Der  Betrieb  will  ihn  dennoch halten. „Das war einer der besten Azubis, die wir jemals hatten. Wäre jammerschade, wenn wir ihn jetzt verlieren würden“, lobt Ausbilder Dieter Krug den ehemaligen Lehrling.

Ehing arbeitet nun als Angestellter der Beschäftigungsbrücke Bayern drei Tage in der Woche beim Weltmarktführer für Druck- und Temperatur-Messtechnik. Wika setzt den frisch ausgebildeten 20-Jährigen seit Mitte Juli als Springer ein – in der Fertigung von Thermometern.

Peter Ballweg, der Personalleiter von  Wika,  nennt  noch  einen  Vorteil für die junge Fachkraft: „Wenn der  Einstellungsstopp  aufgehoben werden kann, haben diejenigen in der Beschäftigungsbrücke die bes­ten Chancen auf eine Festanstellung.“

Wika zahlt für die drei Tage, die Florian Ehing in der Woche im Unternehmen arbeitet, eine Leihgebühr an die Beschäftigungsbrücke. Der Werkzeugmechaniker wird aber für fünf Tage bezahlt – nach Tarif. Er muss nur auf das leistungsabhängige Entgelt verzichten.

An den anderen zwei Tagen lernt Ehing im Berufsbildungszentrum in Aschaffenburg. Der Clou: Experten der Beschäftigungsbrücke organisieren individuelle Weiterbildungsangebote. So kann Ehing sein Technik-Englisch verbessern und die Grundkenntnisse im Schweißen vertiefen.

Wika-Ausbildungsleiter Stefan Schneider überlegt gar, ihn an einem Projekt für neue Steuerungen im Januar zu beteiligen. Voraussetzung wäre ein IT-Kurs.

Fit machen für weiterführende Schulen

Es gibt für Ehing also genug zu tun. Seine Meinung über die Beschäftigungsbrücke: „Ich gewinne dadurch nur.“ Mit dem zusätzlichen Unterricht will er sich fit machen, entweder für die Technikerschule oder für die Berufsoberschule mit fachgebundener Hochschulreife.

„Danach Maschinenbau zu studieren und ins Ausland zu gehen, das wär schon was.“ Auch wenn es ihm besonders im Wika-Werkzeugbau „super“ gefallen hat. „Das Tolle ist: Man hat so viele Möglichkeiten“, sagt Ehing. Trotz der aktuellen Krise.

Eva Schröder

Mehr Infos unter: www.bayme.de/beschaeftigungsbruecke.de

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Büroarbeit liegt mir gar nicht. Aber handwerklich bin ich begabt. Deshalb war mir schon früh klar, dass ich etwas in der Richtung machen will. Hauptsache, ich kann selbst anpacken!

Was gefällt Ihnen besonders?

Drehen und Fräsen an CNC-Maschinen. Und dass man immer noch was dazulernen kann.

Worauf kommt es an?

Dass man Spaß hat an dem, was man tut. Und dass man sich gut mit den Kollegen versteht.

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