So schützen Sie sich vor bösen Überraschungen

Gut informiert zum Wohnungskauf


Geduld und Gründlichkeit sind nötig: Der Weg zur eigenen Wohnung ist mit Papierkram gepflastert – und auch ein noch so schöner Grundriss schützt nicht vor einem Reinfall. Fotos: Caro, Keystone

Es ist nicht so einfach, die passende Eigentumswohnung zu finden: Die Lage muss stimmen, der Schnitt – und der Preis natürlich auch. Aber damit ist es eben längst nicht getan: Vor einem bösen Erwachen nach dem Gang zum Notar schützt nur gründliche Lektüre.

Und dabei geht es nicht etwa nur um Kaufvertrag und Baubeschreibung. „Man sollte sich die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen ansehen, wenn es sich um eine Bestandsimmobilie handelt“, erklärt Gabriele Heinrich, die Geschäftsführerin des Verbraucherschutzvereins „Wohnen im Eigentum“.

Entmachtete Querulanten

Denn wer eine Wohnung kauft, wird damit Teil einer Eigentümergemeinschaft. Und die Protokolle verraten, ob diese Gemeinschaft funktioniert: Sind  die Mitglieder konsensfähig? Gibt es viele Eigentümer, die querschießen? Ist das der Fall, werden dringende Probleme oft jahrelang gewälzt. Einzelnen Querulanten hat der Gesetzgeber 2007 das Wasser abgegraben: Musste früher einstimmig beschlossen werden, ist heute in der Regel nur noch ein Mehrheitsbeschluss der Eigentümer notwendig.

Gründlich müssen Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung studiert werden: die juristische Basis für die Beziehung zwischen den Eigentümern. Die notariell beurkundete Teilungserklärung legt fest, welchen Anteil ein Käufer an der Gesamtimmobilie und am Grundstück hat.

Während die Eigentumswohnung stets „Sondereigentum“ des Käufers wird, gehört zum Gemeinschaftseigentum alles außerhalb – also die Flure genauso wie die Fassade. Markisen werden als „fassaden-gestaltendes Element“ dem Gemeinschaftseigentum zugerechnet! Also kann die Gemeinschaft zum Beispiel vorgeben, welche Farbe die Markisen haben müssen.

Hausgeld wird monatlich fällig

Generell empfiehlt Heinrich potenziellen Käufern, „sich das Gesetz zum Wohnungseigentum anzusehen“. Das geht in-zwischen kostenlos (die Internet-Adresse: gesetze-im-internet.de/woeigg).

Auch die bisherigen Jahresabrechnungen und der Verwaltervertrag sollten gelesen werden. „Und natürlich sollte sich der Käufer auch informieren, in welcher Höhe er Hausgeld bezahlen muss“, sagt Heinrich. Dieser monatlich zu zahlende Betrag wird für die Nebenkosten, aber auch für die Instandhaltung verwendet. Also  muss vor einem Kauf auch geklärt sein, wie hoch die schon vorhandenen Rücklagen sind und welche Instandhaltungsmaßnahmen anstehen.

Und schließlich sollte der Käufer  wissen, ob der Verkäufer Schulden bei der Gemeinschaft hat – denn die muss er als neuer Besitzer gegebenenfalls übernehmen.

Bettina Blass

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Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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