Von Bewegung bis Ernährung

Gesundheits-Tipps: So kommen Sie ganz cool durch die Sommerhitze

Wenn es über 30 Grad heiß wird, kann es vor allem für Ältere gefährlich werden. Im Extremfall drohen Schlaganfall oder Herzinfarkt, warnt Professor Claus-Martin Muth, Leiter der Abteilung Notfallmedizin an der Uni-Klinik Ulm.

Foto: dpa

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Ulm. Sommer, Sonne, super Laune: Jetzt ist die schönste Zeit für Frischluft-Fans! Doch wenn die Temperaturen über 30 Grad steigen, kann es für den menschlichen Körper gefährlich werden, vor allem für Ältere. Im Extremfall drohen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Professor Claus-Martin Muth und sein Team haben an heißen Tagen besonders viel zu tun. Er ist Leiter der Abteilung Notfallmedizin an der Universitätsklinik Ulm. Muth gibt Tipps, wie Sie gesund durch den Sommer kommen.

Viel trinken

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Der Körper verliert bei großer Hitze viel Flüssigkeit – es kann zu einem Kreislaufkollaps kommen. Vor allem ältere Menschen neigen dazu, nicht genug zu trinken. „Dabei sollte man bei hohen Temperaturen mindestens drei bis vier Liter Wasser am Tag zu sich nehmen“, rät Professor Muth dringend. „Wer Sport treibt, sollte sogar bis zu fünf Liter trinken.“ Und zwar gleichmäßig über den Tag verteilt. Muth warnt vor eiskalten Getränken: „Davon schwitzt man noch mehr.“ Bei Affenhitze sind neben Mineralwasser verdünnte Obstsäfte sowie Kräuter- und Früchtetees gut.

Frische, leichte Kost bevorzugen

Selbst während der Hundstage sollten wir regelmäßig essen, weil der Körper die Energie gegen die Hitze braucht, man schwitzt ja mehr. Allerdings sollte die Kost leicht verdaulich sein. „Lieber Steak mit Salat statt Schweinshaxe mit Knödel“, empfiehlt der Mediziner. Auch eine gute Wahl sind wasserreiche Obst- und Gemüsesorten wie Melone oder Gurken.

Mittagshitze meiden

Wer sich lange in der prallen Sonne aufhält, riskiert im günstigsten Fall einen Sonnenbrand. Suchen Sie sich ein schattiges Plätzchen. Oder einen kühlen, gut gelüfteten Raum. Wer mit dem Auto weg muss, sollte die Klimaanlage nicht zu kalt einstellen. 5 bis 6 Grad Unterschied zur Außentemperatur reichen. Parkt der Wagen in der Sonne, heizt sich der Innenraum auf bis zu 60 Grad auf – für den Menschen lebensgefährlich! Die Überhitzung könne zu Kreislaufversagen und schließlich zum Tod führen, so Muth: „Bei Kleinkindern reicht schon eine Zeit von 20 bis 30 Minuten.“

Luftiges tragen

Zum Beispiel Blusen oder Shirts aus Leinen. Oder Funktionsbekleidung, wie man sie vom Sport her kennt. Sie saugt sich nicht so voll. Das sei wichtig, so der Experte: „Nur verdunstender Schweiß kühlt den Körper.“ Und was die Farben betrifft: lieber hell als dunkel. Außerdem Hut oder Käppi auf! Vor allem Herren mit Kurzhaarschnitt oder Glatze sollten ihr Haupt schützen – Sonnenstichrisiko!

Ein Nickerchen machen

Klar, für die meisten Berufstätigen ist das nicht drin. Aber zumindest am Wochenende kann man sich mittags mal eine halbe Stunde aufs Ohr legen. Hitze erschöpft, da kann eine Pause nicht schaden. Das gilt vor allem für Ältere, die obendrein auch noch unter Herz-Kreislauf-Beschwerden leiden. „Hitze bedeutet für Herz und Kreislauf 30 Prozent mehr Anstrengung“, weiß Muth. Ein Kollaps drohe oder sogar ein Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Sport treiben, aber moderat

Bei extremen Temperaturen schwimmen – einfach ideal. Ansonsten gilt: körperliche Anstrengungen lieber am Morgen oder am Abend. Dann ist Radfahren eine gute Option, aber mit „gebremstem Schaum“. Der Fahrtwind kühlt, trocknet aber auch aus. Muth: „Also unbedingt genug Wasser mitnehmen.“

Lauwarm duschen

Die eiskalte Dusche am Feierabend ist allzu verlockend. Doch Vorsicht: Das kühle Wasser regt den Kreislauf an – und wir schwitzen noch mehr. Besser lauwarm erfrischen. Oder ein Bad mit beruhigenden Kräuterzusätzen (etwa Lavendel) ansetzen. Dann schläft man auch besser.

Schlafzimmer abdunkeln

Damit es sich nicht zu sehr aufheizt, Vorhänge oder Rollläden auch tagsüber schließen. Morgens und abends kurz durchlüften. Auch ein nasses Bettlaken vor dem Fenster hilft. Sowie ein Ventilator, der nicht direkt aufs Gesicht gerichtet ist. „Und stellen Sie eine Schale mit Eis vors Gerät“, empfiehlt Muth: „Das sorgt für eine angenehme Verdunstungskälte.“

Im Notfall

Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel können Vorboten eines Sonnenstichs oder Hitzschlags sein.

  • Wenn Sie selbst betroffen sind: Raus aus der Sonne! Trinken Sie etwas in kleinen Schlucken und essen Sie Salziges.
  • Erste Hilfe leisten: Betroffenen in den Schatten ziehen, Kleidung öffnen, kühlende feuchte Umschläge auf Kopf und Nacken! Ist er nicht ansprechbar oder lallt er: Notrufnummer 112 wählen!

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Für eine gesündere Lebensweise kann jeder selbst einiges tun. Hier finden Sie Tipps für die wichtigsten Punkte, auf die man achten sollte, und weiterführende AKTIV-Artikel.

aktualisiert am 16.01.2017

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