Achtung, Gebühren-Abzocke außerhalb der Eurozone!

Geld abheben im Ausland: Wer Euro als Währung angibt, zahlt oft hohe Gebühren

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Wer an früher denkt, weiß, dass das nicht so einfach war mit der Bargeldversorgung im Ausland. Da wurde vor dem Urlaub zu Hause überlegt, wie viel Geld man wohl benötigt, und dann die entsprechende Summe von der Bank geholt.

Das ist heute viel praktischer. Schließlich steht an jeder Ecke ein Bankautomat, der einen mit frischem Geld versorgen kann. Doch auch hier kann es tückisch werden, wenn man sich in einem Nicht-Euro-Land aufhält. Selbst wenn die Automaten mit gebührenfreiem Abheben werben, halten im Hintergrund die Betreiber oftmals die Hand auf: Sie bedienen sich einfach über den Wechselkurs und nutzen dabei das Sicherheitsbedürfnis der Kunden aus.

Vorsicht beim Geldabheben außerhalb des Euro-Raums

Denn in manchen Ländern – etwa in Großbritannien, der Schweiz oder Tschechien – fragt der Automat während des Abhebens zum Beispiel, „ob die Währungsumrechnung in Euro vorgenommen werden soll“, erklärt Peter Juhani Koop vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland im badischen Kehl. Wer dies bejaht, zahlt meist drauf: „Die Kontobelastung erfolgt dann direkt in Euro, aber zu einem Wechselkurs, den der Automatenbetreiber selbst bestimmt“, so Koop. Dieser weicht regelmäßig erheblich vom offiziellen Kurs ab – zuungunsten des Kunden und zum Wohle des Automatenbetreibers.

Stichproben, die die Stiftung Warentest vornahm, ergaben Verluste von bis zu 12 Prozent beispielsweise in Tschechien. Aber auch in Polen oder in Ungarn zahlten die Kunden drauf.

Auf direkte Währungsumrechnung verzichten

Wird die direkte Umrechnung der abgehobenen Summe hingegen abgelehnt, belastet der Automatenbetreiber das Konto in der Fremdwährung, etwa in Englischen Pfund oder Schweizer Franken. Die Umrechnung nimmt dann erst die eigene Bank zum offiziellen Kurs vor und belastet das Konto entsprechend.

Auch die Auswahloptionen „fester Tauschkurs“ oder „garantierter Wechselkurs“ führen in diese Falle. Zusätzlich wird bisweilen durch die grafische Gestaltung des Bildschirms der Automaten suggeriert, dass das Abheben in Landeswährung „falsch“ sei. So verwenden manche Automaten bei der Option „Ohne Währungsumrechnung“ eine rote Schrift, die im Allgemeinen zur Warnung oder bei Fehlern verwendet wird. Doch Verbraucherschützer Koop rät, sich hiervon nicht in die Irre führen zu lassen: „Wer Geld am Automaten abhebt, sollte immer die Optionen ‚direkte Auszahlung‘ oder ‚ohne Währungsumrechnung‘ wählen.“

Das Gleiche gilt übrigens auch fürs Bezahlen per Kreditkarte beim Einkaufsbummel: Bietet der Verkäufer die direkte Umrechnung in Euro an, sollte man auf der Zahlung in Landeswährung bestehen, da hier ebenfalls ungünstige Wechselkurse das gerade gekaufte Souvenir spürbar verteuern können.


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Per Smartphone-App auf dem Weg zur Bank schon die Summe eintippen. Die App erzeugt einen QR-Code, den der Kunde am Automaten vorzeigt. Und schon kommt das Geld. So werden Warteschlangen kürzer. Aber Geldautomaten können bald noch mehr.

Im Urlaub Geld am Automaten zu ziehen, kostet manchmal saftige Gebühren. Aber wenn man sich rechtzeitig vor der Abreise darum kümmert, kommt man im Ausland oft deutlich billiger an Bares.

Urlaub jenseits der Grenze? Da sollte man vorher checken, ob und welche Auslandsreise-Krankenversicherung man in der Akte hat. Denn ohne so eine Police kann es schnell sehr teuer werden.

Was sollte man vor und bei Reisebuchungen beachten? Wie kann man sich eine Menge Sorgen und auch Geld sparen? Und was tun bei Pleiten, Pech und Pannen? Hier finden Sie unsere besten Ratschläge rund ums Verreisen.

aktualisiert am 29.08.2017

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