Seit Jahresanfang zahlen wir weniger Steuern – warum eigentlich?

Gehaltsabrechung 2015: AKTIV erklärt die Änderungen auf dem Lohnzettel

Wie viel bleibt netto übrig? Das war schon immer die Frage. Foto: dpa

Köln. Die Lohnabrechnung sieht diesen Monat in vielen Punkten anders aus als im Dezember. Sogar die Steuerlast hat sich geändert – wie kommt’s? AKTIV erklärt die Neuerungen.

Zunächst sind da die Sozialbeiträge. Bisher haben Arbeitnehmer 8,2 Prozent vom Brutto für die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt. Seit Jahresanfang sind es nur noch 7,3 Prozent. Allerdings geht diese Senkung um 0,9 Prozentpunkte einher mit einem Zusatzbeitrag, den allein die Beschäftigten tragen. Dabei legt jede Kasse selbst fest, wie viel Geld sie benötigt. Und nach Auskunft des Bundesversicherungsamts erheben die bundesweit tätigen Kassen im Schnitt „etwas mehr als 0,8 Prozent“ Zusatzbeitrag. Die Krankenversicherung wird also für die meisten kaum billiger.

Teurer kommt uns die Pflegeversicherung: Mitarbeiter mit Kindern bezahlen dafür jetzt 1,175 Prozent vom Brutto (zuvor waren es 1,025 Prozent). Das liegt daran, dass die Pflegeleistungen laut Gesundheitsministerium „spürbar ausgeweitet“ worden sind.

Besserverdiener werden stärker zur Kasse gebeten

Die Rentenkasse ist dank der soliden Lage am Arbeitsmarkt gut gefüllt. Der Beitragsanteil der Beschäftigten ist daher von 9,45 auf 9,35 Prozent gesunken.

Die Sozialbeiträge insgesamt sind also ähnlich hoch wie im Vorjahr.

Besserverdiener werden allerdings stärker belastet: Der allgemeinen Lohnentwicklung folgend gelten nun – wie praktisch jedes Jahr – höhere Beitragsbemessungsgrenzen.

Und die Lohnsteuer? Die ist laut Finanzministerium etwas niedriger, weil die Buchhaltung ab Januar mit einer höheren Vorsorgepauschale rechnet. Hintergrund: Die steuerliche Wirkung der Rentenbeiträge nimmt Jahr um Jahr zu; dafür werden die Renten ja auch Jahr um Jahr etwas stärker besteuert.

In ein paar Monaten dürfte die Abrechnung übrigens schon wieder etwas anders aussehen. Denn der sogenannte Grundfreibetrag, der das Existenzminimum komplett steuerfrei stellt, muss wohl angehoben werden. Dann gibt’s für alle ein bisschen mehr Netto vom Brutto.


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