Lügengebäude und Wohnungsschwindel

Gefälschte Immobilienanzeigen: Daran erkennen Sie Betrüger und ihre Tricks

Selten war es in vielen deutschen Städten so schwierig, eine gute und günstige Immobilie zu finden. Diese Situation nutzen so einige Betrüger aus und locken mit gefälschten Inseraten. Wie Sie die miesen Maschen entlarven.

Foto: Fotolia

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Hannover. Die Wohnungsnot ist vielerorts groß, vor allem in den Ballungszentren. Das lockt Betrüger auf den Plan. „Schon seit Jahren haben wir es regelmäßig mit gefälschten Immobilienanzeigen zu tun“, sagt Frank Federau vom Landeskriminalamt Niedersachsen. Ob zu angeblichen Miet- oder Kaufobjekten, ob online oder in gedruckten Medien: Die Masche ist im Prinzip immer die gleiche, das Ziel ist natürlich Geld. Die Kriminellen inserieren eine attraktive Immobilie, oft zum Minipreis.

„Die Alarmglocken sollten klingeln, wenn ein Objekt für die Ausstattung und Lage extrem günstig ist“, warnt Federau. Natürlich kann man immer mal ein Schnäppchen machen. Doch niemand hat etwas zu verschenken, schon gar nicht, wenn die Wohnungssuchenden Schlange stehen.

Verräterische Anzeigen

Klar, auf total dilettantische Angebote in gebrochenem Deutsch und mit zig Tippfehlern dürfte heutzutage kaum noch jemand hereinfallen. Doch so etwas gibt es immer seltener: „Die Betrüger werden immer professioneller “, sagt Federau. Die Fotos der Immobilie, Texte, Gütesiegel, selbst die angeblich mit der Vermittlung betrauten Maklerbüros werden oft von irgendwelchen anderen Seiten kopiert – und alles wirkt ziemlich seriös.

Manchmal gelingt es, die Angaben der Anzeige gegenzuchecken, allerdings ist das natürlich zeitaufwendig. Man kann beispielsweise kontrollieren, ob dasselbe Objekt noch woanders angeboten wird. Hat man die Adresse, kann man mithilfe von Google Streetview prüfen, ob sich in der angegebenen Straße tatsächlich ein solches Gebäude befindet beziehungsweise ganz allgemein, ob der Haustyp typisch für die Gegend ist. Ein Altbau in einer Neubausiedlung oder gar im Gewerbegebiet sollte misstrauisch machen.

Ist ein Makler angegeben, hilft ein einfacher Anruf. Clevere nehmen dazu die Telefonnummer direkt von der Website des Maklers, denn auch bei der angeblichen Durchwahl kann man tricksen.

Schlüssel gegen Geld

Sobald sich ein Wohnungssuchender auf die Fake-Anzeige meldet, schnappt die Falle zu. Dann heißt es, der Vermieter oder Verkäufer sei im Ausland und könne die Wohnung deshalb nicht persönlich zeigen. Von eher sachlichen Argumenten (Auslandsjob) bis hin zu massiven Attacken auf die Tränendrüse (sterbenskranke Mutter, Todesfall in der Familie) ist so ziemlich jede Geschichte möglich. Ein Warnsignal ist auch, wenn diese Korrespondenz auf Englisch oder in fehlerhaftem Deutsch stattfindet, weil die Täter teilweise automatische Übersetzungsprogramme nutzen.

Die Betrüger bieten dann an, dem Interessenten einen Schlüssel zu überlassen, damit er sich die Wohnung alleine in Ruhe ansehen kann. Als Sicherheit verlangen sie, dass man Geld auf ein Treuhandkonto überweist, häufig im Ausland. Oder sie fordern dreist Besichtigungsgebühren – natürlich zu zahlen, bevor man einen Termin bekommt.

Wer jetzt überweist, bekommt – Überraschung – weder den Schlüssel, noch sein Geld zurück. „Man sollte niemals vorab irgendetwas bezahlen, denn das ist ein sicheres Indiz für einen unseriösen Anbieter“, sagt Federau.

Vorsicht, Identitätsklau!

Besonders perfide: Manchmal verlangen die Kriminellen auch Ausweiskopien, Schufa-Informationen oder andere Dokumente. „Damit kann der Betrüger die Identität des Opfers annehmen und in seinem Namen weitere Straftaten begehen“, warnt Federau. Und damit hat das nichts ahnende Opfer nicht nur Geld verloren, sondern auch noch endlose Scherereien, um die eigene Unschuld zu beweisen. „Deshalb sollte man solche Dokumente zwar auf Verlangen bei der Besichtigung vorzeigen, aber niemals vorab herausgeben“, empfiehlt der Beamte. Selbstverständlich sollte man auch keine persönlichen Daten wie beispielsweise das Geburtsdatum, Arbeitgeber oder die Bankverbindung vorab bekanntgeben.

Ist trotz aller Vorsicht etwas passiert, ist das Geld leider meist weg. Trotzdem sollte man Anzeige erstatten – ansonsten kann die Polizei nicht aktiv werden. Außerdem sollte man schon beim bloßen Verdacht auf seltsame Machenschaften die Immobilienportale informieren. Deren Mitarbeiter prüfen solche Fälle nämlich schon im eigenen Interesse und nehmen unseriöse Angebote gegebenenfalls aus dem Netz.


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Auch beim Online-Shopping-Sortiment gilt: Es gibt nichts, was es nicht gibt – und das oft in zigfachen Varianten. Darum ist guter Rat umso wichtiger. Aber Vorsicht: Zum Beispiel bei Amazon soll jede fünfte Bewertung gefälscht sein!

Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

Im Web einzukaufen, kann schnell und bequem gehen. Doch halt! Wer nicht aufpasst, könnte einem Fake-Shop auf den Leim gehen – und nach der Bestellung gar nichts für sein Geld bekommen. Dagegen kann man sich wappnen.

Ob Luxus- oder Pfennigartikel: Produkte aller Art werden gefälscht, was das Zeug hält. Manche Plagiate sind leicht zu erkennen – wenn man sie direkt vor sich hat. Doch etwa beim Online-Shopping lauern umso mehr Fake-Fallen.

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