Kleinvieh macht auch Mist

Gebrauchtes verhökern: Dabei helfen Recommerce-Portale

Ulm. Handys, Bücher, DVDs, Klamotten – wer ausmistet, findet eigentlich immer was, was sich verkaufen lässt. Flohmarkt-Stand, Kleinanzeigen oder Ebay-Angebote machen aber Arbeit, ohne Erfolg zu garantieren. Schneller und einfacher kann man Gebrauchtes oft über spezielle Portale loswerden.

Der Ankaufsdienst „Momox“ beispielsweise nimmt schon länger CDs, Bücher oder Computerspiele an. Und inzwischen auch Kleidung – allerdings nur prima erhaltene Markenware. Für einen Mantel von Hugo Boss gibt’s knapp 25 Euro, für eine Joop-Bluse kaum 3 Euro.

Wiederverkäufer für Brettspiele und Tintenpatronen

Das ist nicht viel. Aber wer zum Beispiel umzieht, wird so mit einem Schlag reichlich Sachen los. Auch die alte Digitalkamera oder Spielkonsole. „Recommerce“ nennt sich das Geschäftsmodell, auf Deutsch in etwa: Wiederverkauf. Dabei kauft ein Profi Gebrauchtes von privat für kleines Geld an, um es für einen höheren Preis weiterzuverkaufen.

Solche Wiederverkäufer gibt es für ganz verschiedene Dinge. Da ist zum Beispiel „Tonergeld“: Hat man nach dem Kauf eines neuen Druckers noch Originalpatronen fürs alte Gerät in der Schublade, kann man sie dort loswerden. „Blidad“ kauft Gesellschaftsspiele, „Sellmyprojector“ Beamer – und so fort. Die Seite recyclingmonster.de bietet einen guten Überblick.

Bevor man sich für einen Ankäufer entscheidet, sollte man kurz seine Bedingungen checken. Bei manchen muss man einen Mindestwert erreichen, um überhaupt etwas verkaufen zu können. Viele übernehmen das Porto für den Versand der Sachen – manche tun das aber erst ab einem bestimmten Warenwert.

Immer wichtig: Man muss sich die eigenen Gebrauchtwaren so kritisch angucken, als sähe man sie zum ersten Mal! „Man muss den Artikelzustand absolut objektiv bewerten“, betont Tim Bauer, der das Ulmer Portal „Recyclingmonster“ betreibt. Sonst ist die Enttäuschung groß, wenn der Ankäufer nach Erhalt und Prüfung zum Schluss kommt, dass der angepeilte Ankaufswert doch nicht gerechtfertigt ist.

Dieser Wert ist übrigens nicht nur abhängig vom Zustand des Artikels, sondern auch von der Nachfrage. Für Band eins der „Harry Potter“-Reihe gibt’s heute kaum noch 20 Cent …

„Ist das Angebot eines Ankäufers niedriger als erwartet, schickt er die Ware auf Wunsch zurück“, erklärt Experte Bauer. Man sollte also darauf achten, dass das dann portofrei passiert.

Gutscheincode und Bonus nutzen

Die erzielte Summe lässt sich übrigens ganz einfach etwas aufstocken. Die Ankäufer honorieren oft das Abo ihres Newsletters – oder akzeptieren Gutscheincodes, wie sie auch auf Bauers Plattform zu finden sind. Dann gibt’s zum Beispiel 5 Euro extra ab 30 Euro Ankaufswert.

Letztlich bestätigen die neuen Dienstleister zwei alte Erkenntnisse: Zeit ist Geld – und: Kleinvieh macht auch Mist.


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