Tipp der Woche

Früh übt sich…


Nettes Spielzeug: Bis er tatsächlich simst, vergehen wohl noch einige Jahre. Foto: Pahham

Wie man die Kosten im Rahmen hält, wenn Kinder zum Handy greifen

Auf dem Schulhof wird gesimst und gequasselt, was die Tasten hergeben: Gut die Hälfte der 6- bis 13-Jährigen hat nach Angabe des Branchenverbands Bitkom schon ein eigenes Handy – und bei den Jugendlichen sind es dann mit 95 Prozent fast alle. Wie Eltern Kostenfallen vermeiden können, das weiß Karin Thomas-Martin von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Und sie rät, sich dem Thema zu stellen: „Es hängt vom Erziehungskonzept der Eltern ab, ab wann man das Handy erlaubt – ein Verbot ist aber nicht sinnvoll. Kinder müssen lernen, damit umzugehen.“

„Für Kinder unter zehn Jahren“, so die Expertin weiter, „reichen spezielle

Kinder-Handys völlig aus: Mit ihnen kann man nur ausgewählte Nummern anrufen, andere Funktionen haben sie nicht.“

Das Budget kann man auch bei älteren Kindern knapp bemessen: „Handykosten sollten ein Teil des Taschengeldes sein und nicht etwa zusätzlich gezahlt werden: 10 bis 15 Euro pro Monat reichen je nach Alter völlig aus.“

Prepaid-Minus vermeiden

Damit die geplante Grenze in der Praxis auch eingehalten wird, empfiehlt Thomas-Martin grundsätzlich Prepaid-Karten. Bei den speziellen „Kinderverträgen“ muss man die Konditionen im Einzelfall sehr genau prüfen.

Flatrates wiederum seien nicht zu empfehlen, weil die Kleinen damit gar nicht lernen können, sich ein Guthaben einzuteilen.

Bei der Wahl des Prepaid-Anbieters ist allerdings Vorsicht angesagt: „Manche Prepaid-Karten können erheblich ins Minus geraten, weil die Anbieter nicht zeitnah genug abrechnen.“

Also muss man vorab prüfen, ob Prepaid-Miese möglich sind. Dazu ein Tipp: Wenn man über einen sogenannten USSD-Code (etwa „*100#“) das verbliebene Guthaben abfragen kann, erfolgt die Abrechnung laut Thomas-Martin in der Regel zeitnah.

Teure Vorwahlen sperren

Teure Sonderdienste sollten möglichst gesperrt werden – und das Kind sollte das von den Eltern erfahren. Tabu für den Nachwuchs sind: Sonder-Vorwahlen, die zum Beispiel mit „0900“oder „0137“ beginnen, „Premium-SMS“-Dienste (etwa für den Download von Klingeltönen) sowie Internet-Angebote, die per Handy bezahlt werden.

Ein mobiler Internet-zugang ist für Kinder grundsätzlich nicht empfehlenswert – weil derzeit noch zu teuer.

Sinnvoll ist dagegen ein Einzelverbindungsnachweis (den aber nicht alle Prepaid-Anbieter liefern): So sieht man, wofür das Kind Geld ausgegeben hat.

Was das Handy betrifft, rät Thomas-Martin von Geräten mit „Bluetooth-Funktion“ ab. Diese Funktion ermöglicht es, Daten zwischen Handys auszutauschen. Aber da geht es eben nicht nur um Klingeltöne oder nette Fotos: Auf manchen Schulhöfen kursieren so auch? Pornos und brutalste Filme.

„Kinder nutzen diesen Datenaustausch erheblich häufiger als Erwachsene“, weiß die Expertin: Auf hitzige Diskussionen über das ernste Thema sollten sich die Eltern also einstellen.

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