Idylle auf dem Land

Freilichtmuseen in Bayern: Wo man Urgroßmutters Zeiten erleben kann

Das kann man alles im Bauernhofmuseum: Saft und Marmelade herstellen, Brot backen und in der Dorfschule lernen. Oder erfahren, wie Gras zu Milch wird – und wie ein altes Bauernhaus ins Museum kommt.

Illerbeuren: Kramerladen im „Woringer Häusle“. Foto: Kutter

Illerbeuren: Kramerladen im „Woringer Häusle“. Foto: Kutter

Immenstadt: Brot backen im Holzofen. Foto: Lienert

Immenstadt: Brot backen im Holzofen. Foto: Lienert

Glentleiten: Schlafen wie bei Urgroßmutter. Foto: Tunger

Glentleiten: Schlafen wie bei Urgroßmutter. Foto: Tunger

Fladungen: Pauken mit Griffel und Schiefertafel. Foto: Merkl

Fladungen: Pauken mit Griffel und Schiefertafel. Foto: Merkl

Illerbeuren / Immenstadt / Fladungen / Großweil. 32 Häuser aus vier Jahrhunderten gibt es im 1955 eröffneten schwäbischen Freilichtmuseum Illerbeuren. Zu den schönsten gehört sicherlich das „Woringer Häusle“. In dem 1823 erbauten sogenannten Austragshaus verbrachten einst alte Bauern ihren Lebensabend und führten einen kleinen Krämerladen. 1977 wurde das Gebäude, das früher in Woringen im Unterallgäu stand, in das Ensemble des ältesten bayerischen Freilichtmuseums aufgenommen und dort wieder neu aufgebaut.

Illerbeuren zeigt, ebenso wie viele andere bayerische Freilichtmuseen, wie unsere Großeltern auf dem Land gelebt und gearbeitet haben. Zu besichtigen sind zum Beispiel alte Bauernhöfe oder Handwerksbetriebe. Gerade für junge Besucher gibt es viel zu entdecken und zu lernen, etwa bei Vorführungen. Besonders umtriebig ist es dort jetzt im Herbst zur Erntezeit.

Im Oktober etwa dreht sich im Museum Illerbeuren alles um Äpfel und Birnen. Ein Obst-Experte informiert zum Beispiel über wenig bekannte Sorten. Für Kinder gibt es eine spannende „Wilhelm-Tell-Aktion“: Wer kann den Apfel vom Kopf schießen? Und die Besucher können wie früher Saft pressen, einkochen und backen.

Ein begehbarer Kuhmagen zeigt, wie das Gras zur Milch wird

Wie Kühe ihr Futter verarbeiten, zeigt Bayerns höchstgelegene Museumssiedlung in Immenstadt im Allgäu auf ungewöhnliche Weise: Dort hat das Museum einen Kuhmagen in Überlebensgröße nachgebildet, macht ihn „be-greifbar“. Vier Stationen im Inneren erläutern, wie das Verdauungssystem der Wiederkäuer funktioniert. Und was passt besser zur Milch als ein frisches Brot? Im Holzofen entstehen in Immenstadt traditionelle Sorten.

Auch wie es vor mehr als 100 Jahren in der Schule aussah, zeigen Freilichtmuseen. Im unterfränkischen Fladungen gibt es in der „Spessart-Schule“ ein Klassenzimmer im Stil von 1875. Dort findet auch historischer Schulunterricht statt – mit Schiefertafeln und Griffeln. Vor dem Rohrstock braucht sich keiner mehr zu fürchten – der dient nur zur Dekoration.

Im Großweiler Freilichtmuseum Glentleiten, dem größten in Südbayern, bekommen die Besucher sogar einen Blick hinter die Kulissen – und sehen etwa, wie aufwendig es ist, alte Höfe originalgetreu aufzubauen. Eines der rund 60 Bauernhäuser dort kann übrigens auch von Blinden besichtigt werden. Tafeln mit Blindenschrift oder erhöhten Buchstaben ermöglichen es ihnen, Zimmer selbst zu erkunden.


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