Theater zwischen Feld, Wald und Wasser

Freilichtbühnen: Wo man in Bayern Schauspiel an frischer Luft erleben kann

Wunsiedel/Weißenburg/Altusried/Markt Schwaben. Aus welcher Waldnische oder Felsspalte kommt jemand hervor? Gespannt warten die Zuschauer, bis der erste Darsteller die Bühne betritt. Ausgerüstet mit Decken und Kissen kuscheln sie sich in die Sitze, damit es nicht kalt wird. Die Felsen sind stimmungsvoll beleuchtet. Im Hintergrund ragen die Baumwipfel in den Nachthimmel. Das ist Theater an der frischen Luft.

Die „Luisenburg-Festspiele“ in Wunsiedel, benannt nach der preußischen Königin Luise, sind die ältesten Freilicht-Aufführungen Deutschlands (luisenburg-aktuell.de). Bereits 1665 diente der Ort im oberfränkischen Fichtelgebirge Schülern als Kulisse für Theaterstücke.

Kinderbuch-Klassiker zum Saisonstart

Seit 1804 wurde die Spielstätte immer wieder erweitert. Bis zu 150.000 Gäste kommen jedes Jahr zu den Vorstellungen. Die gute Akustik wirkt besonders bei Opern, Operetten und Musicals. Kinder und Jugendliche können in Workshops selbst schauspielen. Sie schauen bei Führungen hinter die Kulisse oder erleben mit der ganzen Familie eine Abenteuernacht im Felsenlabyrinth. Die Saison startet im Juni mit dem Kinderbuch-Klassiker „Am Samstag kam das Sams zurück“.

Auch auf der Weißenburger Alb im Bergwaldtheater (bergwaldtheater.de) fällt nach Ende des Stücks nicht der typische Vorhang. Die Naturbühne in Mittelfranken wurde 1928 in einem ehemaligen Steinbruch errichtet. Seit 1973 treten dort Künstler aus ganz Deutschland auf. Von Juni bis August hält ein buntes Programm große und kleine Zuschauer in Atem. Mitten im Wald, zu Füßen der Bäume, gibt es romantische Wurzelplätze.

Ohne schützendes Blattwerk, dafür mit einer überdachten Tribüne für 2.500 Menschen, genießt man im Allgäu Theater im Grünen. Auf der „Höllwiesen“ im Koppachtal liegt der Platz für die „Altusrieder Freilichtspiele“ (altusried.de). Unabhängigkeit und Selbstbestimmung sind dort seit rund 135 Jahren Schwerpunktthemen. Auch heuer wird mit „Robin Hood“ die Geschichte eines Kämpfers gegen Unterdrückung erzählt.

An einem Weiher liegen im oberbayerischen Markt Schwaben die „Bretter, die die Welt bedeuten“. Aufwendige Kulissen spiegeln sich im Wasser. Im Juli lockt der Spielort 20.000 Besucher an. Die Stücke spielen stets an besonderen Schauplätzen: Venedigs Kanälen, dem Zuckerhut in Rio oder Loch Ness in Schottland. Gespielt wird auf Stegen, Brücken oder Booten (weiherspiele.de).


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