Solarzellen bleiben attraktiv – trotz gesunkener Einspeisevergütung

Fotovoltaik aufs Dach? Das kann sich immer noch rechnen!

Alltag auf deutschen Dächern: Die Energiewende für Eigenheimer. Foto: Fotolia

Freiburg/Berlin. Das Ersparte rentabel und sicher anlegen – angesichts der Mini-Zinsen nicht einfach. Also noch mal über eine Solaranlage nachdenken?

Früher sorgte da die garantierte Einspeisevergütung für hohe Renditen. Doch inzwischen gibt es bei neuen Anlagen nur noch rund 12,5 Cent pro Kilowattstunde. Und nach Rechnung des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme kostet die Produktion dieser Kilowattstunde in einer heimischen Kleinanlage zwischen 10 und 14 Cent.

Der genaue Wert hängt von vielen Faktoren ab: etwa dem Preis der Anlage, der Region, der Ausrichtung des Hauses – und nicht zuletzt den tatsächlichen Sonnenstunden. Oft ersetzt die Einspeisevergütung nur noch die eigenen Kosten.

Trotzdem kann sich die Installation von Solarpanels lohnen, so die Stiftung Warentest. Wer Sonnenstrom nämlich nicht komplett ins Netz einspeist, sondern teils selbst verbraucht, reduziert seine Stromrechnung spürbar. Nach Angabe des Bundesverbands der Wasser- und Energiewirtschaft kostet eine Kilowattstunde Haushaltsstrom im Schnitt fast 30 Cent, ist also doppelt so teurer wie selbst erzeugter Sonnenstrom.

Der Haken daran: Die Sonne scheint natürlich nicht unbedingt, wenn man gerade viel Strom verbraucht. Die Anlage auf dem Dach kann also nur einen Teil des eigenen Verbrauchs abdecken – in der Praxis laut Stiftung Warentest maximal 30 Prozent. Das liegt auch daran, dass sich selbst erzeugter Solarstrom noch nicht wirtschaftlich speichern lässt (was sich ändern kann, wenn Speichermodule billiger werden).

Andererseits sind laut Bundesverband Solarwirtschaft die Fotovoltaik-Preise in den letzten sieben Jahren um rund zwei Drittel gefallen! Anlagen für eine vierköpfige Familie sind inzwischen für weniger als 10.000 Euro zu haben.

Man muss also individuell ausrechnen, ob sich die Sache wirklich lohnt. Und natürlich muss man dabei auch auf die steuerlichen Aspekte achten.

Für eine erste Kalkulation hat Stiftung Warentest einen soliden Excel-Rechner entwickelt (Gratis-Download unter: ao5.de/solar-rechner).

Übrigens …

Solarwärme

  • Mit Sonnenenergie kann man auch heizen. Darüber informiert das neue Buch „Solarwärme“ der Stiftung Warentest.
  • Es hat die ISBN-Nummer 978-3-86851-407-0 und kostet 24,90 Euro.

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