Günstige Bauzinsen kann man vorab festklopfen

Forward-Darlehen bringen Immobilienbesitzern frühe Sicherheit

Bremen. Die Zinsen für Baukredite sind so niedrig wie nie. Wer vor Jahren gekauft und noch geraume Zeit bis zur Anschlussfinanzierung vor sich hat – der befürchtet natürlich, dass die Zinsen wieder steigen. Aber da kann man vorbeugen: per „Forward-Darlehen“.

Das ist ein Kredit, der schon weit im Voraus verbindlich abgeschlossen wird. Damit sichert sich der Bauherr für bis zu fünf Jahre die niedrigen Zinssätze von heute.

Achtung: Wer abschließt, der muss den Kredit später auch abnehmen

Banken machen das natürlich nicht umsonst. „Der Zinsaufschlag liegt pro Monat bei 0,02 bis 0,05 Prozent“, erklärt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Je länger also die Spanne bis zur tatsächlichen Inanspruchnahme des Darlehens, desto teurer wird es.

Der Lübecker Finanzierungsdienstleister Dr. Klein rechnet ein Beispiel vor: Wer eine Anschlussfinanzierung über 64 000 Euro abschließen möchte, müsste aktuell mit rund 2,1 Prozent Zinsen rechnen. Sollten die Zinsen bis 2020 um 2 Prozentpunkte steigen, lägen sie dann also bei 4,1 Prozent. Nimmt man dagegen heute ein Forward-Darlehen über 64.000 Euro auf, die man in fünf Jahren abrufen möchte, zahlt man etwa 3,1 Prozent. Und diese sichere Lösung wäre im langjährigen Vergleich immer noch sehr günstig.

Schwarz rät aber, erst ein bis eineinhalb Jahre vor Ablauf des ersten Kredits ein Forward-Darlehen abzuschließen: „Dann stehen die Kosten und die Ersparnis in der Regel in einem sinnvollen Verhältnis.“ Falls die Zinsen nicht steigen, hat man Pech gehabt: „Wer ein Forward-Darlehen abschließt, muss es auch abnehmen“, so der Finanzexperte. Er empfiehlt, die zum Beispiel bei der Deutschen Bundesbank abfragbaren Umlaufrenditen der Pfandbriefe zu beachten: „Sinken sie, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Zinsen für Baukredite in den nächsten sechs bis zwölf Monaten steigen werden.“

Übrigens: Ein Forward-Darlehen muss man nicht bei der Bank abschließen, die den ersten Baukredit gewährt hatte! Wechselt man, sollte man auf eine sogenannte Grundschuldabtretung drängen, um wenig Nebenkosten zu haben.


Mehr zum Thema:

Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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