Flug verspätet oder annulliert? Zeit ist Geld!

Fluggastrechte: So kommen Passagiere schneller an Entschädigungen

Erholsam? Nein, nervig: Das Warten auf einen verspäteten Abflug. Foto: Fotolia

Köln. Die Urlaubszeit naht – und damit für viele wieder Ärger über verschobene oder ausgefallene Flüge. Reisende haben dann oft einen gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung (das regelt die EU-Verordnung 261/2004): Die vertane Zeit ist also Geld wert.

Voraussetzung dafür ist zunächst, dass der Flug in der EU angetreten wird. Startet man dagegen seinen Rückflug in die EU irgendwo in der Ferne, ist eine Entschädigung nur drin, wenn die Fluggesellschaft ihren Sitz in der EU hat.

Höchstens drei Stunden Verzögerung muss man zudem ohne Ausgleich hinnehmen. Erst danach sind je nach Entfernung, Reiseziel und Dauer der Verspätung bis zu 600 Euro pro Person fällig. Allerdings nur, wenn keine außergewöhnlichen Umstände wie etwa extreme Wetterkapriolen oder Streiks für die Probleme verantwortlich sind.

Die praktische Erfahrung von Verbraucherschützern sowie die zahlreichen Prozesse zum Thema zeigen allerdings, dass viele Airlines trotz eigentlich klarer Rechtslage keine oder zu wenig Entschädigung anbieten. Der Kunde muss oft um sein Geld kämpfen.

Dabei kann er sich aber helfen lassen! Zum einen kann man, wenn die Airline nicht oder nicht angemessen reagiert, die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr einschalten (soep-online.de). Sie hilft dann kostenlos.

Zum anderen kann man den ganzen Fall sofort an Profis abgeben: Kommerzielle Anbieter übernehmen die juristische Auseinandersetzung im Namen der Passagiere.

Dafür gibt es zwei Modelle. Firmen wie EUClaim, Fairplane, Flightright oder Ticketrefund streiten sich auf eigenes Risiko mit der Fluglinie – was unter Umständen Monate dauern kann. Im Erfolgsfall bekommt der Kunde danach seine Entschädigung, aber abzüglich einer Provision von etwa 20 bis 30 Prozent. Andere Anbieter wie zum Beispiel EUFlight oder WirkaufendeinenFlug.de zahlen dagegen sofort eine pauschale Entschädigung aus – die dafür aber noch geringer ausfällt.

Übrigens: Auch wenn ein Kunde selbst storniert, bekommt er in vielen Fällen etwas Geld zurück. Das ist sogar bei Flügen möglich, die als nicht stornierbar gebucht worden sind. Schließlich hat die Airline ja zum Beispiel Gebühren und Steuern eingespart – dieses Geld muss sie erstatten. Allerdings werden dafür oft saftige Bearbeitungsgebühren verlangt.


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aktualisiert am 15.12.2017

Wird ein Flug um etliche Stunden vorverlegt, kommt das einer Annulierung der geplanten Luftfahrt gleich – und dann können die betroffenen Passagiere eine Ausgleichszahlung fordern.

Flug annulliert? Oder mit mehr als drei Stunden Verspätung gelandet? Dann gibtʼs oft eine Entschädigung. Worauf Sie als Fluggast wann welchen Anspruch haben, erklären wir Ihnen hier.

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