„Werk/Kunst/Werk“

Faszinierende Kunstausstellung im Kulturbahnhof Kassel

Kassel. Wenn Gegensätze aufeinandertreffen, entstehen Situationen, die für beide Seiten neu und unbekannt sind. Was passiert, wenn Künstler ihre Ideen aus der industriellen Produktion schöpfen, zeigt die Ausstellung „Werk/Kunst/Werk“ in Kassel.

Ins Leben gerufen hat das Projekt der Verband der Metall- und Elektro-Industrie Bezirksgruppe Nordhessen in Kassel anlässlich seines 125-jährigen Jubiläums. 14 Künstler aus sieben Nationen erarbeiteten in 14 Mitgliedsunternehmen 14 Werke, die nun im Kulturbahnhof Kassel der Öffentlichkeit gezeigt werden.

„Die Arbeiten entstanden meist in direkter Zusammenarbeit und mit großem Engagement der Firmen vor Ort“, so Carsten Rahier, Verbandsvorsitzender und Geschäftsführer der sera group in Immenhausen. Bei ihm schuf der Schweizer Künstler Heini Gut ein dreidimensionales Objekt, das die Kernkompetenzen von sera aufgreift: das Dosieren, Fördern und Verdichten von Flüssigkeiten und Gasen.

Bei Mercedes-Benz in Kassel, einem Produktionswerk für Nutzfahrzeugachsen und Komponenten, arbeitete der Amerikaner Michael Winkler. Bei einem Rundgang durch die Produktion wählte er spontan das Tellerrad der schweren Lkw-Hinterachsen für sein Projekt aus.

Für Winkler ist das Bauteil nicht nur Teil einer mechanischen Konstruktion, sondern ein Zeichen, das Informationen trägt. Seine Form bringt ein mechanisches Konzept zum Ausdruck, das den physikalischen Gesetzen entspringt. „Kunst gibt so einen guten Impuls, die Dinge einmal ganz anders zu betrachten“, erklärt Mercedes-Mitarbeiter Patrick Schäfer, der Winkler während des Projekts betreute.

Der Schauspieler Stefan Kurt ist Schöpfer außergewöhnlicher Foto-Grafiken. Dafür betrachtet er die Welt durch die Kamera. Dann verfremdet er seine Fotos, um den Blick auf etwas Neues zu schärfen. Im Eisenwerk Hasenclever in Battenberg inspirierten ihn Stahl, Eisen, Gussformen und Sandkerne zu fünf großformatigen Fotoarbeiten, darunter „Das rote Pferd“.

Die Ausstellung ist noch bis zum 23. Juli im Kulturbahnhof Kassel zu sehen. Der Eintritt ist frei. Unter arbeitgeber-nordhessen.de werden die Künstler vorgestellt.


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