Richtig angezogen in die Ferien

Faltenfrei, atmungsaktiv, schlagfest: Clevere Stoffe für einen entspannten Urlaub

Köln. Der Countdown läuft. In drei Wochen starten Millionen Deutsche in den Urlaub. Vor Ort trübt dann oft der Blick ins Gepäck die gute Laune: Hemd, Hose oder Rock sind verknittert – übersät mit Falten. Wie ärgerlich!

Mit modernen Textilien kann man sich solchen Ferien-Frust ersparen. AKTIV stellt einige vor:

Falten haben keine Chance

Bei knitterfreien Hemden wird der Stoff speziell veredelt – mit Kunstharz. Es dringt in die Faser ein und glättet sie. Das erste bügelfreie Hemd auf dem deutschen Markt brachte der Bielefelder Hemdenspezialist Seidensticker in den 50er-Jahren heraus. „Wer die Hemden entsprechend verstaut, kann sie aus dem Koffer heraus tragen“, sagt Josephin Pleier von Seidensticker. Der Effekt hält bis zu 35 Waschgänge aus.

Geruch sicher verpackt

Dabei helfen winzige, ringförmige Zuckermoleküle – sogenannte Cyclodextrine. In die Faser eingearbeitet, nehmen diese „Nanotüten“ Schweißgeruch auf und umschließen ihn. Der Clou: Bei der nächsten Wäsche werden sie nicht etwa herausgewaschen. Sie entleeren sich und sind erneut einsatzbereit.

Auch Kaffeesatz bindet Schweißgeruch. Ein taiwanesischer Textilhersteller hat ein Granulat daraus entwickelt – und mit recyceltem Kunststoff gemischt. Das Ergebnis ist eine Faser, die 5 Prozent Kaffeesatz enthält und zum Beispiel in T-Shirts des Outdoor-Bekleiders Vaude steckt.

Faser bleibt cool

Klammes T-Shirt und feuchte Füße auf der Wandertour? Muss nicht sein! Dagegen hilft die Polyesterfaser Coolmax. Ihre Oberfläche ist 25 Prozent größer als die normaler Fasern. Der Effekt: Wie bei einem Docht, über den flüssiges Paraffin zur Flamme aufsteigt, transportiert sie den Schweiß von der Haut weg. Falke nutzt die Klimafaser für seine Socken.

Kugeln regeln Temperatur

Mal ist es kalt, mal warm – ins Gepäck passt aber nur eine Jacke. Ist die mit der Outlast-Technologie ausgestattet, fängt sie solche Temperaturschwankungen auf – mithilfe von eingearbeiteten Mikro-Wachskugeln. „Die nehmen die überschüssige Wärme auf und verflüssigen sich. Sinkt die Temperatur, geben sie die gespeicherte Wärme ab und werden wieder fest“, erklärt Barbara Fendt, Marketing-Leiterin bei Outlast in Heidenheim.

Entwickelt wurde der Stoff für die Raumanzüge der NASA. Heute nutzt der Herforder Herrenausstatter Bugatti das Material für seine Jacken-Kollektion.

Badeanzug stoppt UV-Strahlen

In moderner Bademode steckt der Sonnenschutz schon drin. Partikel aus Zink- und Titanoxid fangen ultraviolettes Licht ab – und beugen so einem Sonnenbrand vor. Der textile Sonnenschutz bleibt bestehen, während Lotionen nach einiger Zeit nachlassen. „Die Textilien sind Sonnencremes deshalb deutlich überlegen“, sagt Jan Beringer, Forschungsleiter für funktionale Textilien bei den Hohenstein Instituten in Bönnigheim. Eincremen bleibt natürlich trotzdem Pflicht.

Verbundstoff trotzt Schlägen

Geht’s mit dem Flieger in den Urlaub, muss der Koffer oft Beulen einstecken. Das verhindert ein thermoplastischer Verbundstoff, der selbst Hammerschläge aushält. Er besteht aus Polypropylen-Bändchen, die gezielt nur an der Oberfläche erhitzt werden. Das Innere jedoch bleibt vom Schmelzvorgang unberührt. „So entsteht ein festes, flexibles, aber leichtes Material“, sagt Klaus Eißing, Vertriebsdirektor bei Propex in Gronau, wo der Verbundstoff hergestellt wird. Das robuste Material verarbeitet etwa Samsonite in seinen Hartschalenkoffern.


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