Vorsicht vor geklonten Profilen!

Falsche Facebook-Freunde: So schützen Sie sich vor teurem Betrug

Foto: dpa

Absolute Vorsicht, wenn Sie eine Freundschaftsanfrage über Facebook bekommen – von jemandem, mit dem Sie längst befreundet sind! Das könnte ein sogenanntes Fake-Profil sein. Heißt: Dahinter steckt gar nicht der eigentliche Freund, sondern jemand ganz anders. „Und diese andere Person hat das Foto des Freundes im Netz geklaut und seinen Namen – eventuell mit einem kleinen Tippfehler drin“, erklärt Daniel Berger, Internetredakteur bei der Computerzeitschrift „c’t“.

Dieser Datendiebstahl ist sehr einfach – und nur der Anfang eines eventuell teuren Betrugs:

  • Hat man die Freundschaftsanfrage bestätigt, bekommt man kurze Zeit später über die Chat-Funktion von Facebook eine Frage des angeblichen Freundes nach der Handynummer.
  • Gibt man diese heraus, erhält man nach kurzer Zeit eine SMS aufs Handy mit einem Nummerncode.
  • Dann wird der Betrüger per Facebook-Messenger oder SMS nach diesem Code fragen – beispielsweise mit der Begründung, er wolle nur etwas testen.
  • Wer den Code jetzt weiterleitet, dürfte bei der nächsten Telefonrechnung staunen, denn sie wird höher ausfallen als erwartet.

Der Grund: Der Fremde, der sich als Freund ausgab, hat nämlich im Internet eingekauft und per Telefonrechnung bezahlt. Allerdings nicht auf seine eigene Rechnung, sondern auf die des Betrugsopfers. Dazu brauchte er neben der Handynummer den weitergeleiteten Code aus der SMS. Bei diesem handelt es sich um eine TAN-Nummer für Geldtransfers, welche über die Handyrechnung abgebucht werden.

Wie man sich schützen kann

So weit muss es nicht kommen. Daniel Berger rät dazu, Freundschaftsanfragen nicht einfach so anzunehmen. „Ist man bereits mit jemandem befreundet und bekommt eine zweite Freundschaftsanfrage, sollte man auf jeden Fall einmal bei diesem Freund nachfragen, am besten per Telefon oder SMS, wenn man die Nummer hat. Oder man schickt an das bereits vorhandene, erste Profil eine Nachricht.“

Außerdem sollte man seine Profileinstellungen so wählen, dass Fremde möglichst wenig über einen erfahren. „Das geht rechts oben unter dem kleinen Pfeil in der Rubrik ‚Einstellungen‘ und ‚Privatsphäre‘“, erklärt Berger. Ferner solle man nicht unterschätzen, welche Kombinationsmöglichkeiten das Internet hergibt: Wer beispielsweise bei Facebook ist, und gleichzeitig ein Weblog mit Impressum führt, weist den Betrügern ganz schnell den Weg zur eigenen Telefonnummer oder sogar nach Hause.

Zusätzlich sollte man seine Handynummer auf keinen Fall an Fremde herausgeben. Zwar können die mit der Handynummer alleine noch nicht viel anstellen, aber offensichtlich ist es übers Internet gar nicht so schwierig, zu einer fremden Person eine Beziehung aufzubauen. Hat man bereits seine Handynummer weitergegeben und kommt es zu einem Chat, sollte man einige Fragen stellen, die nur der echte Freund beantworten kann. So lässt sich ein Fake-Profil schnell enttarnen.

Wenn soziale Netzwerke nach der Handynummer fragen

Allerdings fordern soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Google+ auch immer wieder dazu auf, die Handynummer einzugeben. Google nutze die Handynummer für eine sichere „Zwei-Faktor-Authentifizierung“. „Dann kann man sich nur bei Google anmelden, wenn man auch das Handy in der Hand hält“, erklärt Berger. Denn dorthin wird ein zusätzlicher Code geschickt. Bei Facebook gibt es etwas Ähnliches unter „Sicherheit/Anmeldebestätigung“.

Nutzt man einen Browser, den man üblicherweise nicht nutzt, schickt Facebook einen Sicherheitscode aufs Handy. Daniel Berger: „Das ist im Gegensatz zur Weitergabe der Nummer an Fremde eine sinnvolle Sache.“ Denn damit, so erklärt der Internetexperte, sichere man das eigene Profil beim sozialen Netzwerk besser.

Wie über Facebook noch abgezockt werden kann

Besonders beliebt sei es bei Betrügern übrigens auch, über soziale Netzwerke, in denen man sich als Single zu erkennen gibt, eine Beziehung aufzubauen. Dazu gehören beispielsweise Facebook oder Tinder. „Dann wird mit einem ansprechenden Profilfoto ein bisschen geflirtet, und irgendwann will man sich treffen. Die vermeintliche neue Liebe gibt vor, kein Geld für den Flug oder die Bahn zu haben, und bittet darum, ihm etwas zu leihen.“ Am Ende ist das Geld weg, und von besagter Person hört man nie wieder.

Und noch eine Möglichkeit der Abzocke gibt es: Wer sich mit Fremden befreundet und fleißig Fotos aus dem Urlaub postet, lädt Diebe geradezu dazu ein, während der Ferien einzubrechen. „Man sollte nicht unterschätzen, welche kriminelle Energie hinter einigen Freundschaftsanfragen steckt“, sagt Daniel Berger. Und darum besser einmal zu viel nachfragen.


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