Günstiger pendeln? Kollegen mitnehmen!

Fahrgemeinschaften lohnen sich – und die Regeln sind einfach

Fünfer mit Steuermann: Ein Schnappschuss aus der chinesischen Stadt Changde. Foto: Reuters

Berlin. Der Lokführerstreik – so mancher hat da Kollegen aus der Patsche geholfen, sie zum Betrieb mitgenommen. Das kann auch ohne Streik clever sein: Wer gemeinsame Sache macht, senkt die Spritkosten, einen netten Plausch gibt’s gratis dazu.

Findet man im Kollegenkreis keine Mitfahrer, kann man natürlich auch andere Pendler mitnehmen. Kontakt kann man über Portale wie fahrgemeinschaft.de und pendlerportal.de aufnehmen. Das ist auch praktisch, wenn man nur gelegentlich jemanden mitnehmen will.

Stets gilt: „Jeder Mitfahrer kann seinen Arbeitsweg steuerlich mit der Entfernungspauschale absetzen, also 30 Cent pro einfachem Entfernungskilometer“, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Dabei ist es egal, ob man für die Fahrt etwas bezahlt oder nicht, ebenso, wer am Steuer sitzt.

Allerdings ist diese Pauschale für Mitfahrer auf 4.500 Euro pro Jahr gedeckelt, das entspricht einer einfachen Strecke von knapp 70 Kilometern. Für den Fahrer gilt diese Beschränkung nicht. „Fährt die Fahrgemeinschaft regelmäßig größere Strecken, ist es steuerlich am günstigsten, wenn jeder mal hinter dem Steuer sitzt“, erklärt der Experte.

Natürlich darf man von den Mitfahrern eine Kostenbeteiligung verlangen. Etwa, indem man den vom Finanzamt für Dienstreisen akzeptierten Satz nimmt: 30 Cent pro gefahrenen Kilometer – geteilt durch die Zahl der Leute im Auto. Wer mehr verlangen will, sollte genau rechnen. „Macht der Fahrer Gewinn, muss er das versteuern“, warnt Rauhöft.

Fahrgemeinschaften sind ohne großen Aufwand abgesichert, durch die normale Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrers oder die des Unfallgegners. Der Bund der Versicherten stuft eine zusätzliche Insassenunfallversicherung daher als überflüssig ein. Wer ganz sichergehen will, lässt sich von den Mitfahrern eine Haftungsbeschränkung unterschreiben. Einen Vordruck dafür stellt zum Beispiel der ADAC bereit (adac.de).

Arbeitnehmer sind zudem auf dem Arbeitsweg durch die gesetzliche Unfallversicherung besonders geschützt. Und das Abholen oder Nachhausebringen von Kollegen ist dabei laut Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung mit abgedeckt.


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Mit Fahrgemeinschaften können Pendler viel Geld sparen. Welche Vermittlungsdienste via Web und App gibt es? Braucht man als Fahrer eine Zusatzversicherung, wenn man andere Menschen mitnimmt? Und worauf sollte man noch achten?

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