Soziale Netzwerke

Facebook & Co.: Wie kommt man da wieder raus?


Ob virtuell oder real: Wer im Netz nicht aufpasst, verheddert sich leicht. Foto: dpa

Köln. Keine Lust mehr auf Facebook oder Twitter oder Xing – und so fort? Naja, dann löscht man eben einfach das Profil ... Von wegen! Ein Check des Bundesverbands der Verbraucherzentralen hat aufgezeigt, dass soziale Netzwerke den Nutzern den Abschied oft ziemlich schwer machen.

So sind die Links zum Kündigungsformular gerne gut versteckt. Manche Anbieter unterscheiden zudem „Konto deaktivieren“ und „Konto löschen“ – nur Letzteres ist endgültig.

Ohnehin muss man wissen, dass alle möglichen Daten schon längst ganz woanders gelandet sein können, daran ändert die Löschung nichts mehr. Das gilt auch für Fotos: „Sie machen sich quasi selbstständig“, sagt Jakob Wahlers, Rechtsanwalt in der Kölner Kanzlei Wilde – Beuger – Solmecke.

Zwar habe man nach dem Bundesdatenschutzgesetz ein Recht darauf, dass personenbezogene Daten gelöscht werden. Dazu gehören beispielsweise der Name und die E-Mail-Adresse. Aber wer die allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Netzwerks akzeptiert, willigt damit oft ein, dass seine Einträge von anderen geteilt werden. Und dann lassen sie sich nicht mehr so einfach aus den Nachrichten der Kontakte streichen.

Ein paar Wochen nach der Löschung sollte man prüfen, ob das Profil wirklich weg ist

Nutzer, die ihren Account gelöscht haben, sollten nach ein paar Wochen prüfen, ob das Profil tatsächlich nicht mehr existiert. „Ist es noch da, kann der Löschungsanspruch theoretisch gerichtlich durchgesetzt werden“, so Wahlers. „Allerdings dauert das unter Umständen lange und kann teuer werden.“ Alternativ könne man sich an die Datenschutzbehörde des jeweiligen Bundeslands wenden.

Auch wenn man dann im Netz wirklich nichts mehr sieht: Im Zweifel kann man eine Auskunft des Anbieters darüber verlangen, welche Daten nun noch gespeichert sind.

Wer die Online-Konten eines Verstorbenen löschen lassen will, muss zunächst nachweisen, dass die betreffende Person tatsächlich tot ist. Und natürlich auch, dass man selbst zur Löschung berechtigt ist: „Die Erben haben darauf einen Anspruch“, betont Wahlers.

Bei einigen Netzwerken gebe es für solche Fälle bereits spezielle Formulare. „Man kann aber auch einfach eine Mail oder einen Brief an das Unternehmen schicken.“

Wie man sich von fünf sozialen Netzwerken verabschieden kann, erklären wir in AKTIVpremium: aktiv-online.de/premium

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