Urlaub im Ausland

Experten-Interview: Bremst der Terror die Lust aufs Reisen?

Berlin. Brutale Anschläge erschüttern die Welt. Vergeht Reiseweltmeister Deutschland jetzt der Appetit? AKTIV sprach mit Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband in Berlin, dem führenden Interessenvertreter der Tourismusbranche.

Nach den Attentaten in Paris und Istanbul gibt es vermutlich wenig Buchungen …

Ganz im Gegenteil! Gerade jetzt buchen die Leute ganz viel, besonders gerne die Kanaren. Die Türkei liegt aktuell zwar etwas zurück, aber das kann in drei Wochen ganz anders sein.

Schrecken die Überfälle die Urlauber denn nicht ab?

Es sind schlimme Vorgänge, die wir verurteilen. Aber die Erfahrung zeigt: Es gibt danach zwar kurzfristig Buchungsrückgänge, aber die großen Reiseströme bleiben davon unberührt – sogar in die muslimischen Länder.

Wohin fahren die Deutschen denn besonders gerne?

Im letzten Jahr war Spanien mit 10 Millionen Besuchern der Favorit und wird es wohl auch bleiben. Die Türkei hat 2015 mit 5,5 Millionen Besuchern um 4 Prozent zugelegt. Und Marokkos Touristen haben sich seit 2010 mehr als verdoppelt, letztes Jahr waren es mit knapp 600.000 noch mal 10 Prozent mehr.

Es wird also nicht gespart.

Wir haben bei uns gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen und viel Beschäftigung. Die Leute haben Geld und geben es gerne fürs Reisen aus. Letztes Jahr haben die Reisebüros bundesweit mit 24 Milliarden Euro Umsatz einen Rekordwert aufgestellt. Besonders hohe Zuwächse sehen wir bei hochwertigen Angeboten ab 2.500 Euro.

Das klingt nach Fernreisen. Sind die jetzt im Trend?

Oh ja! 2015 sind 5,5 Millionen Menschen zu exotischen Zielen aufgebrochen, so viele wie nie zuvor. Besonders beliebt ist Kuba, gefolgt von der Dominikanischen Republik, Mexiko, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA.


Mehr zum Thema:

Was sollte man vor und bei Reisebuchungen beachten? Wie kann man sich eine Menge Sorgen und auch Geld sparen? Und was tun bei Pleiten, Pech und Pannen? Hier finden Sie unsere besten Ratschläge rund ums Verreisen.

aktualisiert am 15.12.2017

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