Ohne Trauschein erbt der Partner erst mal – nichts!

Erbrecht: Warum Paare in wilder Ehe einen Erbvertrag machen sollten

Treueschwur am Strand: Aus juristischer Sicht völlig wertlos. Foto: PantherMedia

Angelbachtal. Jahrzehntelange Liebe, gemeinsame Kinder, aufopferungsvolle Pflege – das alles zählt nicht. Ein Partner ohne Trauschein erbt laut Gesetz normalerweise: gar nichts.

„Wer seinem unverheirateten Partner etwas hinterlassen möchte, muss ein Testament oder einen Erbvertrag aufsetzen“, erklärt Jan Bittler von der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge. Ein notarieller Erbvertrag ist zwar teurer, schützt dafür aber den Überlebenden vor Überraschungen.

Schnell ein Fall für die Erbschaftsteuer

Ein Erbvertrag kann nämlich – anders als ein Testament – nicht einseitig und ohne Wissen des Partners geändert werden. Aber Achtung: „Weil der Erbvertrag bei einer Trennung nicht automatisch ungültig wird, sollten Regelungen für diesen Fall enthalten sein“, rät Anwalt Bittler.

So oder so wird’s kompliziert, wenn es auch gesetzliche Erben gibt. Wegen der Pflichtteilsansprüche von Kindern (oder Eltern!) sollte man sich beraten lassen.

Natürlich kann man seinem Partner auch einfach schon zu Lebzeiten Vermögen schenken. „Scheitert allerdings später die Beziehung, bekommt man solche Geschenke nur zurück, wenn dies ausdrücklich vertraglich vereinbart wurde“, warnt der Experte.

Ganz egal, ob Erbe oder Schenkung: Steuerfrei sind beim unverheirateten Partner nur 20.000 Euro alle zehn Jahre – beim Ehegatten sind es 500.000 Euro.


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Ehevertrag: Das klingt unromantisch – oder nach Hollywood-Paaren hinter der Kinoleinwand, auf dem harten Boden der Realität. Aber: Mittlerweile macht ein solcher Vertrag auch in Deutschland für immer mehr Paare durchaus Sinn.

Setzen sich Paare gegenseitig als Alleinerbe ein, haben sie dafür oft gute Gründe: Sie wollen den Partner absichern. Doch die Entscheidung sollte nie ohne Anwalt getroffen werden – denn das Berliner Testament birgt auch einige Tücken.

Eine Hochzeit hat für beide Partner handfeste rechtliche Folgen – etwa bei Versicherungen, Mietverhältnissen und einigen wichtigen Geldangelegenheiten. AKTIV listet hier auf, was unverheiratete Paare vorm Gang zum Standesamt wissen sollten.

aktualisiert am 27.09.2017

Wer sichergehen will, dass sein Testament auch beachtet wird, versteckt es nicht etwa im Kleiderschrank oder auf dem Speicher. Besser: im Zentralen Testamentsregister (ZTR) registrieren lassen.

Mal eine halbe Stunde an den eigenen Tod denken: Das sollte man sich ruhig mal antun. Und sein Testament machen! Denn ohne gibt es später in vielen Fällen ungeahnten Ärger. Ein Experte erklärt, warum – und gibt Tipps.

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