So funktioniert die geförderte Altersvorsorge

Entgeltumwandlung: Deshalb lohnt sie sich für jeden

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Wo wir Deutschen nicht überall Abgaben zahlen: beim Tanken, beim Einkaufen, beim Flug in den Urlaub … warum nicht an anderer Stelle dem Fiskus ein Schnippchen schlagen? Die Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge macht’s möglich.

Das Prinzip ist ganz einfach: Ein bestimmter Teil des Bruttolohns wird nicht ausbezahlt, sondern vom Arbeitgeber direkt in eine Altersvorsorge gesteckt. Dieser Betrag ist dann frei von Steuern – und auch von Sozialabgaben. Im Schnitt spart man sich pro 100 Euro, die man auf diesem Weg investiert, etwa 40 Euro, die sonst in Form von Steuern und Abgaben zu entrichten wären!

Jeder Arbeitnehmer kann die Entgeltumwandlung beanspruchen und so leichter fürs Alter sparen – und das ist wichtig, denn die gesetzliche Rente wird bei vielen nicht mehr ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Bis zu 242 Euro pro Monat bleiben steuer- und abgabenfrei

Wer beim monatlichen Lohn keine Abstriche machen will, kann auch Sonderleistungen wie das Weihnachtsgeld zur Entgeltumwandlung nutzen. Aufgepasst: Maximal 2.904 Euro im Jahr (das gilt für das Jahr 2015) sind abgabenfrei, pro Monat sind das 242 Euro.

Einen weiteren Vorteil erklärt Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge in Berlin: „Bei den Versicherungen bekommen die Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter besonders günstige Konditionen, weil es sich um Gruppenverträge handelt.“ Sprich: Man profitiert von einem Mengenrabatt.

Betrieb beteiligt sich häufig an dieser lukrativen Sparform

Und so geht’s: „Erster Ansprechpartner ist der Arbeitgeber“, so Morgenstern. Der Betrieb kümmert sich um sämtliche Formalitäten: Er wählt die Anlageform aus, zahlt die Beiträge ein und ist der Vertragspartner des Versicherungsanbieters.

Weil auch die Firmen mit der Entgeltumwandlung Geld sparen (durch die geringeren Sozialbeiträge), schießen viele ihren Beschäftigten noch etwas dazu; in manchen Branchen gibt es auch per Tarifvertrag vereinbarte Zulagen. Das macht die Entgeltumwandlung dann noch interessanter.

Neben der klassischen Altersrente können auch zusätzliche Leistungen vereinbart werden, etwa ein Hinterbliebenenschutz. Oder eine Invalidenrente. Es empfiehlt sich also, sich vorab genau zu informieren.

Wer den Job wechselt, kann seine betriebliche Altersvorsorge oft mitnehmen. Muss man den Vertrag ruhen lassen, fallen keine Beiträge mehr an, die Anwartschaften bleiben erhalten. In einigen Fällen kann die Vorsorge auch privat weitergeführt werden. Eine Kündigung ist nicht möglich.

Selbst wenn der Arbeitgeber insolvent wird, sind die Ansprüche der Arbeitnehmer geschützt: durch eine gesetzliche Insolvenzversicherung.

Entgeltumwandlung rechnet sich für jeden

Man sollte aber auch wissen, dass die steuerfrei angesparte Rente später, wenn sie ausbezahlt wird, versteuert werden muss. Experten sprechen von „nachgelagerter Versteuerung“. Wer als Rentner Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenkasse ist, muss dann von seiner sozialabgabenfrei ersparten Betriebsrente auch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Trotzdem lohnt sich die Entgeltumwandlung, denn der persönliche Steuersatz, den man als Rentner zu erwarten hat, liegt im Regelfall deutlich niedriger als der aktuell gültige.

Weil sich durch die Beitragszahlungen das sozialabgabenpflichtige Brutto verringert, fällt zwar außerdem die gesetzliche Rente geringfügig kleiner aus – aber: „Diese Einbußen sind unter dem Strich kein Grund, die Entgeltumwandlung nicht zu machen“, erläutert Morgenstern. „Sie rechnet sich für jeden, nur in unterschiedlicher Höhe, vor allem, wenn sich der Arbeitgeber daran beteiligt.“

Eine Beispielrechnung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge: Ein lediger 30-jähriger Arbeitnehmer ohne Kinder mit 2.000 Euro Bruttolohn verzichtet für betriebliche Altersvorsorge monatlich auf 100 Euro von seinem Nettolohn. Dafür bekommt er später eine prognostizierte Nettorente von monatlich 344 Euro – mit Arbeitgeberzuschüssen fällt die Rente sogar noch höher aus.

„Schnellrechner“ im Internet

Mit welchen Auszahlungen man beispielsweise beim Versorgungswerk MetallRente bei bestimmten Beitragsaufwendungen rechnen kann, das lässt sich im Internet mit einem Schnellrechner durchspielen. Die MetallRente versichert zum Beispiel auch Beschäftigte der Stahl-, Holz-, Kunststoff- und Textil-Industrie.


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aktualisiert am 27.11.2014

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