Tipp der Woche

Endlich ins Eigenheim?


Stein auf Stein: Das nächste Frühjahr kommt bestimmt – dann wird wieder munter gebaut. Foto: fotolia

Woran man beim Kauf einer Immobilie denken sollte

Köln. Die Finanzierung einer Immobilie ist so günstig wie kaum je zuvor – wegen der nach wie vor extrem niedrigen Kreditzinsen. Damit aber der Traum vom Eigenheim nicht zum Albtraum wird, muss man vor dem Gang zum Notar an einige Punkte denken:

  • Top-Konditionen bringen gar nichts, wenn die Immobilie nicht wirklich zu den eigenen Bedürfnissen passt oder letztlich doch zu teuer ist. Also: Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen! Ein Fehlkauf heute käme letztlich viel kostspieliger als höhere Zinsen später.
  • Der Preis ist nicht alles: Dazu kommen die Grunderwerbsteuer, die Notar- und  Grundbuchkosten und eventuell noch das Entgelt für einen Makler. Alles in allem ergeben sich so Nebenkosten, die 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen.
  • Bei gebrauchten Immobilien darf man außerdem die Kosten der nötigen Modernisierungen nicht unterschätzen: Bad, Heizung, Dach oder  Fenster – irgendwas ist fast immer fällig, wenn ein älteres Eigenheim auf den Markt kommt. Achtung: Die Modernisierung eines Altbaus führt oft dazu, dass neue Grenzwerte eingehalten werden müssen – etwa in Sachen Wärmedämmung.
  • Je mehr Eigenkapital, desto besser. Experten empfehlen für Normalverdiener mindestens 20 Prozent, besser 30 Prozent des Kaufpreises.
  • Bei entsprechender Bonität sind jetzt Zinssätze unter4 Prozent möglich. Diese Tiefpreise für Kredite sichert man sich am besten möglichst lange – also mit Zinsbindungen über 15 oder 20 Jahre.
  • Wegen der niedrigen Zinsen könnte man sich zwar einen höheren Kredit leisten. Doch statt deshalb nun auf ein größeres und teureres Eigenheim zu schielen, sollte man lieber die Gunst der Stunde nutzen, um die Tilgungsrate zu erhöhen – also: schneller abzuzahlen.
  • Natürlich nimmt man nicht einfach das erste Kreditangebot der Hausbank an! Reden Sie mit mehreren Kreditinstituten – oder schalten Sie einen unabhängigen Vermittler ein, der gegen Honorar den Markt sichtet. Schon ein um 0,1 Prozentpunkte niedrigerer Zinssatz spart über die lange Laufzeit viel Geld.
  • Die monatliche Rate an die Bank darf nicht zu hoch ausfallen: Nicht einfach die bisherige Kaltmiete ansetzen! Zusätzlich werden ja auch weiterhin Nebenkosten für Heizung & Co. fällig – und die sind für frischgebackene Eigentümer meistens höher als in der Mietwohnung. Zum einen, weil das neue Heim fast immer größer ist. Zum anderen, weil zusätzliche Kosten entstehen – bei einer Eigentumswohnung zum Beispiel für Verwaltervergütung und Instandhaltungsrücklage.

Urlaub nicht vergessen

Außerdem sollte man das Geld fürs tägliche Leben und den Urlaub nicht zu knapp bemessen: Schließlich muss man die Kreditrate viele Jahre zahlen – und auf Dauer macht das neue Heim keinen rechten Spaß, wenn man sich dafür ständig jedes Extra vom Mund absparen muss.

  • Sparzinsen sind natürlich immer niedriger als Kreditzinsen. Etwa drei Monatsgehälter sollte man trotzdem nicht in die Immobilie stecken, sondern als Notgroschen in Reserve halten.

Auf unserer Internet-Seite www.aktiv-online.info/immobilien finden Sie weitere Berichte zu Fragen rund ums große Thema Eigenheim.

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Mehr zum Thema:

Normalerweise ist er die größte Anschaffung des Lebens: der Kauf einer eigenen Immobilie. Es gilt also, sich vor dem Gang zum Notar so gut wie nur irgend möglich zu informieren – sowohl, was das Objekt selbst und seine Lage betrifft, als auch über die Baufinanzierung.

aktualisiert am 27.09.2017

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