Gegen ein existenzielles Risiko kann man privat vorsorgen

Eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit sollte jeder in der Akte haben

Einsatz im Wald: Bei körperlicher Arbeit werden höhere Prämien fällig. Foto: Plainpicture

Henstedt-Ulzburg. Eigentlich weiß man es ja: Jeder kann so krank werden, dass er nicht mehr arbeiten kann. Wer dann nicht für den Rest seines Lebens von Sozialleistungen leben will, muss vorsorgen – mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), die im Ernstfall eine monatliche Rente zahlt. „Eine BU ist unverzichtbar für jeden, der von seiner Arbeitskraft leben muss“, betont der unabhängige Versicherungsberater Thorsten Rudnik.

Leider ist diese wichtige Police ziemlich teuer. „Es gibt enorme Prämienunterschiede – ein Vergleich lohnt sich.“ Dabei sollte man sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen: Zwar sinkt Anfang 2015 die gesetzliche Garantieverzinsung. „Das bedeutet aber nicht, dass jeder einzelne Vertrag bei jedem Versicherer teurer wird“, erklärt Rudnik, „denn die Tarife werden sowieso jährlich neu kalkuliert.“ Dabei werden auch andere Faktoren berücksichtigt, etwa der medizinische Fortschritt.

BU-Verträge sind leider ziemlich kompliziert. „Wichtiger als die billigste Prämie ist eine gute Qualität der vertraglichen Bedingungen“, so Rudnik. Es bringt nichts, aus Kostengründen einen schlechten Vertrag zu wählen, bei dem am Ende nicht gezahlt wird.

Sehr wichtig: die Gesundheitsprüfung, die beim Abschluss ansteht. Wenn man die vielen Fragen nicht peinlich genau und absolut korrekt beantwortet, muss der Versicherer im Ernstfall nicht zahlen. Hier kann man viele Fehler machen – deshalb sollte man nie auf eigene Faust Anträge im Internet ausfüllen! „Wenn ein Anbieter einen solchen Antrag abgelehnt hat, ist es fast unmöglich, woanders noch eine Police zu bekommen“, warnt Experte Rudnik. Man sollte deshalb die „anonymisierte Risikovoranfrage“ eines Beraters oder Maklers nutzen.

Wichtig ist zudem eine ausreichend hohe Absicherung. Rudnik empfiehlt idealerweise 80 bis 90 Prozent des Nettogehalts, mindestens aber 1.000 Euro pro Monat. „Man sollte die Rente möglichst hoch wählen – dabei aber bedenken, dass man die Prämien sein ganzes Berufsleben lang zahlen muss.“

Wegen der langen Laufzeit braucht man außerdem eine sogenannte Dynamisierung ohne erneute Gesundheitsprüfung: Damit hat man das Recht, die potenzielle Rente jedes Jahr um einen gewissen Prozentsatz zu erhöhen. Das gleicht die Inflation aus, allerdings sind dafür natürlich auch höhere Prämien fällig.

Weitere wichtige Tipps zum Thema gibt der Bund der Versicherten in einem kostenlosen Merkblatt, das hier zu finden ist: bundderversicherten.de


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