Ernährung

Ein Supermarkt lernt kochen


Köln. Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe steigt ins Fast-Food-Geschäft ein. Mitte Juni wird das erste Bistro mit frischer Küche in einem Supermarkt eröffnet, als Testbetrieb für den bundesweiten Start.

„Hier wachsen zwei Branchen zusammen, nämlich Gastronomie und Lebensmitteleinzelhandel“, so Mark Korzillius. Der Gründer der Schnellrestaurant-Kette Vapiano hat das Konzept entwickelt.

Das Kalkül: Ein Restaurant-Gast wird ebenso schnell Kunde im angeschlossenen Markt, wie umgekehrt ein gestresster Einkäufer das Bistro für eine Auszeit nutzt. So will man der Konkurrenz die Käufer ausspannen.

„Derartige Mischkonzepte zwischen Einzelhandel und Gastronomie sprechen die Kunden immer stärker an“, erklärt Professor Markus Zeller, Experte für Hotel- und Restaurantsmanagement an der Hochschule Heilbronn: „Man isst, wo man gerade ist. Das kann beim Shoppen, in der Mittagspause oder beim Warten auf den nächsten Zug sein.“ Diese Verfügbarkeit macht die Fast-Food-Branche so erfolgreich.

5,3 Milliarden Euro Umsatz mit Pommes und Co.

Mit etwa 2.600 Restaurants sind die Großen der Systemgastronomie an jeder Ecke präsent. „Allein McDonald ’s kommt pro Jahr auf eine Milliarde Besucher in Deutschland“, schätzt Zeller. Mittlerweile nehmen 60 Prozent der Deutschen mindestens einmal pro Monat Fast-Food-Angebote in Anspruch. Rund ein Viertel der 14- bis 30-Jährigen sitzt sogar einmal pro Woche in einem Schnell-Restaurant. Im Schnitt geben sie monatlich dafür 22 Euro aus, so eine Studie der Kölner Marktforschung Psychonomics.

Allein 2012 erwirtschafteten die fünf größten Fast Foodler einen Umsatz von knapp 5,3 Milliarden Euro – 118 Millionen Euro mehr als 2011. An diesem fetten Umsatzkuchen will jetzt auch Rewe knabbern.

Neben den bereits bestehenden Angeboten an den Fleischtheken und Back-Shops im Laden soll es deshalb die frisch gekochten Menüs im Bistro geben. „Nichts wird über Nacht im Kühlschrank gelagert und am nächsten Tag verkauft“, so Konzept-Entwickler Korzillius. Im gut 200 Quadratmeter großen Bistro werden Pizza und Pasta, Suppen und Salate angeboten, auch zum Mitnehmen.

„Bio und Gesundheit liegen im Trend, und die neuen Anbieter verbinden diese Strömungen mit dem Fast Food“, bestätigt Benedikt Wolbeck vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband in Berlin.

Das beliebteste Fast-Food-Gericht der Deutschen aber werden die Macher wohl nicht vom Thron stoßen können: den Döner. Frisch zubereitet mit Soße und Salat steht er ganz oben auf der Hitliste der Fast-Food-Fans.

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