Haustiere

Ein Halsband gibt den Standort von Waldi oder Miezi durch


Köln. Sein Steckbrief findet sich an Ampelmasten: „Köln sucht Benni.“ Seit einem Unfall ist der Therapie-Hund eines Kölner Heilpädagogen verschwunden. Wie Benni entlaufen hierzulande jährlich etwa 95.000 Haustiere. Zwar gibt es in den allermeisten Fällen ein Wiedersehen, aber oft erst nach Wochen oder Monaten.

So lange muss es nicht dauern. Dank moderner Technik lassen sich Waldi oder Miezi im Nu orten, wenn sie ihrem Besitzer weggelaufen sind, und so leichter einfangen. Möglich macht das ein sogenannter Tracker am Halsband.

„Mit diesen Geräten kann man seine Lieblinge auf wenige Meter genau lokalisieren und sich den Aufenthaltsort auf dem Smartphone anzeigen lassen“, erklärt David Spanier, Geschäftsführer des Berliner Herstellers Myfairdeal. Ein blinkender Punkt auf Stadtplan oder Landkarte zeigt, wo der Stromer steckt. „Das klappt in 95 Prozent der Fälle einwandfrei.“

Mit den Geräten kann man auch Koffer, Fahrrad und Auto orten

Der Tracker enthält Technik von Navi und Smartphone. Wie ein Navi berechnet er aus den empfangenen Satelliten-Signalen des Ortungssystems Global Positioning System (GPS) seine Position. Und wie ein Smartphone gibt er diese Daten per Mobilfunk weiter.

Je nach Gerät und Einstellung arbeiten die Tracker verschieden, erklärt Johannes Weicksel, Referent für Telekommunikation beim Branchenverband Bitkom in Berlin: „Manche Tracker senden alle paar Minuten automatisch ihre Position an den Hundebesitzer – so weiß er immer, wo sein Tier steckt. Andere Geräte übermitteln die Ortung nur auf aktive Anfrage hin.“

Je lückenloser die elektronische Leine arbeiten soll, desto teurer kann es werden. „Denn zum Gerätepreis von 50 bis 200 Euro kommen oft noch laufende Kosten für die Mobilfunk-Nutzung hinzu“, sagt Weicksel. „Auf die Höhe dieser Service-Kosten sollte man deshalb schon beim Kauf achten.“ Das können bis zu 15 Euro im Monat sein; manchmal kann man auch seinen bestehenden Handy-Vertrag nutzen.

Fakt ist: Die Mini-Geräte sind ­ bei Herrchen und Frauchen von Herumtreibern gefragt. „Der Markt für Tracker wächst“, sagt Julian Breitenecker, Chef des Wiener Herstellers Locca. „Zumal man mit ihnen nicht nur Haustiere orten kann, sondern auch Koffer, Fahrrad, Motorrad und Auto.“

Bei solchen Anwendungen, das ist laut Breitenecker inzwischen belegt, wirkt der Tracker schon vorbeugend: „Am Fahrradrahmen etwa schreckt er Diebe ab.“ Schön, wenn sich auch Waldi dadurch eines Besseren besinnen würde.

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